Die Wichtigkeit von Zielen

Ziele setzenHeute beginne ich wie versprochen mit dem ersten Teil zur neuen Artikelserie zum Thema Zielsetzung. Es geht dabei um die Wichtigkeit von Zielen und darum, wieso wir Ziele unbedingt schriftlich fixieren sollten.

Vor allem die vorgestellten Studien in diesem Beitrag zeigen, dass wir Erfolg mit großer Wahrscheinlichkeit erst dann erreichen, wenn wir Ziele haben – und diese auch schriftlich fixieren.

 

Die Harvard-Studie zur Setzung von Zielen

Laut zahlreichen Berichten wurden angeblich in den 80iger Jahren Harvard-Absolventen befragt, ob sie sich konkrete berufliche Ziele setzen für später. Die große Mehrheit der Absolventen verneinte dies. Sie setzten sich also keinerlei Ziele was ihren Beruf oder ihr Einkommen betraf:

  • Nicht einmal ein Fünftel (genauer gesagt lediglich 17 Prozent) setzten sich überhaupt Ziele.
  • 83 Prozent der Hardvard-Absolventen setzten sich demnach keinerlei Ziele – weder gedanklich noch schriftlich.
  • 14 Prozent der Absolventen hatten sich zwar berufliche Ziele gesetzt – jedoch wurden diese Ziele nicht schriftlich fixiert.
  • Nur 3 Prozent der Harvard-Absolventen setzten sich klare schriftliche Ziele.

Nach zwanzig Jahren wurden die Teilnehmer der Studie nach ihrem beruflichen Erfolg befragt – mit interessanten Ergebnissen:

  • Jene 14 Prozent, die sich gedanklich Ziele setzten, erzielten im Schnitt ein um etwa dreimal so hohes Einkommen wie jene 83 Prozent der Absolventen, die nicht über langfristige Ziele nachdachten.
  • Jene 3 Prozent der Harvard-Absolventen, welche sich schriftlich Ziele setzten, erzielten ein im Durchschnitt zehnmal so hohes Einkommen wie die Vergleichsgruppe ohne Ziele. Ein gewaltiges Ergebnis!

Ein leider wieder ernüchterndes Detail, das ich euch nicht vorenthalten möchte: Viele halten die Harvard-Studie für eine Legende. Sie soll demnach gar nicht stattgefunden haben. Das ist durchaus möglich. Sicher ist sich wohl niemand so wirklich. Es soll allerdings auch eine ähnliche Studie in Yale bereits im Jahr 1953 gegeben haben, wo ähnliche Ergebnisse herauskamen. Allerdings ist man sich auch hier nicht sicher, ob die Studie wirklich stattgefunden hat, oder ob sie nur ein Mythos ist.

 

Eine Studie der Dominican University in San Rafael/USA

Diese Studie (die gab es auf jeden Fall!) besagt, dass wir die größte Erfolgschance haben, wenn wir unsere Ziele mit anderen Menschen teilen. Die Erfolgschance erhöht sich sogar noch weiter, wenn wir ihnen (es genügt aber auch nur eine einzige Person wie ein guter Freund oder eine gute Freundin) regelmäßig Updates zu unserer Zielerreichung zuschicken.

In der Studie wurden sowohl männliche als auch weibliche Teilnehmer unterschiedlicher Nationalität zwischen 23 und 72 Jahren ausgewählt. Die Forschungsfrage der Studie lautete: „Wird die Zielerreichung am Arbeitsplatz durch das Aufschreiben von Zielen positiv beeinflusst?“

Die Teilnehmer wurden per Zufall einer von fünf Gruppen zugelost. Jedes Mitglied aller fünf Gruppen sollte sich spezifische Ziele für die nächsten vier Wochen überlegen:

  • Gruppe 1 wurde gebeten, die Ziele nach Schwierigkeitsgrad und Bedeutung des Ziels zu bewerten. Sie sollten auch einschätzen, inwieweit sie die Fähigkeiten besaßen, diese Ziele zu erreichen, und ob sie die nötige Motivation hätten, um diese Ziele zu verfolgen.
  • Der Gruppe 2 wurde aufgetragen, sich Antworten zu denselben Fragen wie Gruppe 1 zu überlegen. Allerdings sollten sie die Antworten aufschreiben.
  • Gruppe 3 wurde gebeten, zusätzlich Maßnahmen für jedes ihrer Ziele aufzuschreiben.
  • Gruppe 4 machte ebenfalls alle drei Dinge gleichzeitig: Fragen überlegen, Antworten zu den Fragen schriftlich fixieren und auch schriftlich Maßnahmen zur Zielerreichung überlegen. Außerdem teilten sie diese Informationen einem Freund mit.
  • Gruppe 5 machte alles genau so wie Gruppe 4. Zusätzlich dazu sendeten sie einen wöchentlichen Fortschrittsbericht an ihren Freund.

Die Ergebnisse waren beeindruckend:

  • Die Teilnehmer der Gruppe 1 erreichten nur 43 Prozent ihrer Ziele.
  • Gruppe 2 – also jene Gruppe, die die Ziele schriftlich fixierte – erreichte bereits einen Grad der Zielerreichung von 61 Prozent!
  • Gruppe 3 allerdings überrascht etwas. Das schriftliche Fixieren von Maßnahmen zu den Zielen bringt demnach keinen zusätzlichen Bonus. Im Gegenteil: Der Grad der Zielerreichung in Gruppe 3 lag nur bei 51 Prozent (trotzdem natürlich höher als in Gruppe 1).
  • Gruppe 4 erreichte hingegen bereits wieder ein besseres Ergebnis: Hier wurden 64 Prozent der Ziele erreicht (also auch mehr als in Gruppe 2, wenn auch nicht wirklich signifikant mehr).
  • Gruppe 5 schnitt am besten ab: Die Zielerreichung betrug hier sage und schreibe 76 Prozent!

Die Studie lässt einige Schlüsse zu:

  • Ziele schriftlich zu formulieren ist besser, als sie nur im Kopf zu haben.
  • Seine Ziele jemand anderem mitzuteilen dürfte uns dazu motivieren, uns mehr anzustrengen.
  • Regelmäßige Updates zur Zielerreichung lassen uns am Ball bleiben.

Quelle: Research Summary

Die Studie wirft jedoch auch Fragen auf:

  • Warum brachte die schriftliche Fixierung von Maßnahmen ein schlechteres Ergebnis?
  • Wie hätte das Ergebnis ausgesehen, wenn die Gruppen 4 und 5 keine Maßnahmen schriftlich fixiert hätten?
  • Wie wirken sich die genannten Maßnahmen langfristig aus? Der Untersuchungszeitraum betrug ja lediglich 4 Wochen.
  • Wie wirkten sich die Inhalte der Ziele auf die Zielerreichung aus? Hatten vielleicht einige Gruppenmitglieder größere bzw. unrealistischere Ziele als andere und umgekehrt?

 

Die Wichtigkeit von Zielen aus meiner Sicht

Aus meiner Sicht ist es sehr wichtig Ziele zu haben:

  • Ziele führen zum Erfolg. Nur wer seine Ziele kennt, weiß auch ob er Erfolg hat. Denn: Erfolg ist das Erreichen selbst gesetzter Ziele.
  • Ohne Ziele geben wir rascher auf. Wir haben dann keine Orientierung wohin wir wollen. Ziele machen uns somit durchhaltefähiger.
  • Das Erreichen von Zielen kann eine große Wirkung auf die Selbstachtung und unser Selbstwertgefühl haben. Wir sind schließlich stolz darauf, wenn wir unsere Ziele erreichen. Das gibt uns ein wichtiges Erfolgserlebnis.
  • Ziele geben Klarheit. Erst durch sie wissen wir wohin wir steuern wollen im Leben.
  • Wer keine Ziele hat, der kann auch keine Pläne machen. Wenn man weiß, wohin man hinsteuern will, dann kann man sich auch Maßnahmen überlegen, um dahin zu kommen (laut voriger Studie stellt sich jedoch die Frage, ob das vorherige Planen von Maßnahmen überhaupt sinnvoll ist).
  • Ziele unterstützen die Konzentration auf das Wesentliche. Wenn man sich auf einige wenige Ziele konzentriert, läuft man nicht Gefahr sich zu verzetteln. Man tut dann genau die Dinge, die für die Zielerreichung wichtig sind.
  • Ziele fördern die Motivation. Vor allem, wenn es welche sind, hinter denen man mit ganzem Herzen steht. Darum ist es so wichtig, sich selbst und seine Wünsche genau zu kennen und nicht einfach die Ziele anderer blindlings zu den eigenen zu machen.
  • Ziele können auch herausfordern und uns zu außergewöhnlichen Leistungen anspornen. Allerdings sollten sie keinesfalls überfordern!

 

Warum wir Ziele aufschreiben sollten

Die schriftliche Fixierung bringt erhebliche Vorteile mit sich:

  • Der Zielerreichungsgrad ist deutlich höher. Man ist also viel erfolgreicher, wenn man nicht nur Ziele hat, sondern diese auch noch schriftlich fixiert.
  • Das Niederschreiben ist so etwas wie ein Vertrag mit sich selbst. Allein dadurch bekommt das Ziel zusätzliches Gewicht.
  • Durch das schriftliche Fixieren des Ziels ist man gezwungen, sich eingehend damit zu befassen und es genau zu formulieren. Schriftliche Ziele sind meist weniger schwammig formuliert als gedankliche.
  • Man neigt dazu, gedankliche Ziele nach einer Weile wieder zu vergessen. Dies kann man durch die Niederschrift vermeiden. Es ist auch vorteilhaft, wenn man seine Ziele täglich sieht; sie vielleicht im Büro an die Pinnwand heftet oder so ähnlich.
  • Durch die Schriftlichkeit können Ziele sogar in das Unterbewusstsein gelangen. Zumindest behaupten das manche.

Hier geht es zum nächsten Beitrag der Serie.

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© Martin Grünstäudl

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