Meine Stärken und Schwächen

Ziele setzenIm heutigen vierten Teil der Artikelserie zum Thema Zielsetzung geht es um das Beleuchten deiner Stärken und Schwächen.

Letzte Woche habe ich dir die 5 Säulen der Identität vorgestellt und gemeint, dass du dir für jede Säule Ziele setzen solltest. Doch leider kann es sein, dass nicht alle diese Ziele wirklich zu dir passen. Heute und in den nächsten zwei Artikeln werden deshalb deine Ziele auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft.

 

Wähle die für dich richtigen Ziele!

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Du solltest dich nun fragen, ob du beim Anstreben deiner Ziele die Stärken voll ausspielen kannst. Das erhöht die Erfolgschancen ungemein. Am besten investierst du deine Zeit und Mühe in jene Ziele, die du auch realistisch umsetzen kannst.

Mit einer Ausnahme: Manchmal wollen wir etwas so stark, dass uns auch unsere Schwächen von der Realisierung nicht abhalten können.

Tipp: Bist du dir bei einem Ziel nicht gänzlich sicher, ob du das wirklich willst, dann schau dir an, ob dein Ziel auf eine persönliche Stärke oder aber auf eine Schwäche trifft. Trifft dein Ziel auf eine Schwäche, dann solltest du es nicht weiter verfolgen – umgekehrt solltest du es in Erwägung ziehen!

Möchtest du aber etwas unbedingt erreichen – koste es was es wolle – dann tu es! Dann musst du eben versuchen, deine Schwächen irgendwie auszumerzen bzw. zu umgehen, sodass sie dich nicht weiter beim Erreichen deiner Ziele hindern.

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Stärken ausnutzen oder Schwächen ausmerzen?

Somit stellt sich also die Frage, ob du nicht auch Schwächen ausmerzen solltest? Schließlich kann man sich ja auch zu einem bestimmten Grad verändern und weiterentwickeln.

Solltest du dir nur Ziele gesetzt haben, bei denen du deine Stärken ausspielen kannst, dann ist ja alles wunderbar.

Allerdings könnte es auch persönliche Schwächen geben, die dich von wichtigen Zielen abhalten können. Vielleicht gibt es auch massive persönliche Defizite, die dich allgemein vom Erreichen deiner Lebenswünsche abhalten. In diesem Fall lohnt es sich, die Defizite anzugehen und zu versuchen, diese soweit es geht auszumerzen.

Eines musst du dir aber bewusst sein: Alle Schwächen kann man nie ausräumen. Manche Defizite muss man einfach akzeptieren. Jeder Mensch hat schließlich welche. So ist der Lauf der Dinge. Das ist vor allem eine Frage der persönlichen Selbstakzeptanz und des Selbstvertrauens.

Alles in allem solltest du dich sowieso mehr auf deine Stärken konzentrieren. So erreichst du auf lange Sicht viel mehr als umgekehrt.

Tipp: Setze dir also vorrangig Ziele, bei denen du deine persönlichen Stärken bestmöglich ausspielen kannst!

 

So erkennst du deine Stärken und Schwächen

Um dir deiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden, solltest du eine Reihe von Übungen durchführen. Ich würde dir wirklich empfehlen alle diese Übungen zu machen, auch wenn es ein bisschen Zeit kostet.

Tipp: Mache zuerst alle hier beschriebenen Übungen. In einem weiteren Schritt solltest du die Ergebnisse der Übungen betrachten, sie vergleichen und Zusammenhänge erkennen. Dann wirst du bereits ziemlich gut wissen, wo deine wahren Stärken und Schwächen liegen.

Brainstorming

Zuerst würde ich dir wieder vorschlagen, dass du einfach deinen Gedanken freien Lauf lässt. Dieses Mal geht es wie gesagt um deine Stärken und Schwächen. Schreibe also für 10 Minuten alles auf was dir dazu einfällt. Worin bist du gut? Worin bist du weniger gut? Was zeichnet deine Persönlichkeit aus? Welche Aufgaben liegen dir?

Stelle einen Wecker bzw. eine Stoppuhr, um sicher zu gehen, dass du wirklich mindestens 10 Minuten für dieses Brainstorming an Zeit aufwendest. Es lohnt sich!

Persönlicher Fragebogen / Eigenschaften bewerten

In einem nächsten Schritt empfehle ich dir folgende Eigenschaften zu bewerten. Gib dir für jede Eigenschaft eine Note von 1 bis 4. Wenn die folgenden Eigenschaften voll auf dich zutreffen, dann gib dir eine 1. Trifft die Eigenschaft so gar nicht auf dich zu, dann gib dir eine 4. Die 3 entspricht tendenziell einer Verneinung, die 2 eher einer Zustimmung.

Tipp: Sei wirklich ehrlich zu dir selbst bei der Zuordnung!

Zuverlässigkeit

Gewissenhaftigkeit

Ehrlichkeit

Durchhaltevermögen

Kommunikationsfähigkeit

Empathiefähigkeit

Sportlichkeit

Kreativität

Ehrgeiz

Pünktlichkeit

Selbständiges Arbeiten

Eigeninitiative

Leistungsbereitschaft

Stressresistenz

Lebensfreude

Begeisterungsfähigkeit

Teamfähigkeit

Ordentlichkeit

Organisationstalentiertheit

Pflichtbewusstsein

Zielstrebigkeit

Entscheidungsfreudigkeit

Hilfsbereitschaft

Frustrationstoleranz

Risikobereitschaft

Offenheit für Neues

Fremdbeurteilung deiner Stärken und Schwächen

Als nächstes solltest du einen Freund / eine Freundin deines Vertrauens bitten, er / sie solle dich in Bezug auf deine Stärken und Schwächen näher beschreiben. Dann siehst du auch gleich, ob deine Selbstbeurteilung stark davon abweicht, wie andere dich sehen.

Tipp: Bitte ruhig mehr als eine Person darum dich zu beurteilen. Wenn es mehrere sind, dann kannst du neben deinen Freunden auch ruhig Familienangehörige darum bitten.

Durch diese drei Übungen weißt du nun bereits ganz gut, was dir liegen sollte und was nicht. Betrachte nun deine Zielliste und vergleiche diese mit deinen Stärken und Schwächen. Glaubst du, dass du sie alle erreichen kannst, wenn du nichts an dir veränderst?

Achtung: Mache alle drei Übungen unbedingt schriftlich! Nur wenn du sie schriftlich machst, ziehst du höchstmöglichen Nutzen daraus.

 

Weitere Analyseinstrumente

Nachfolgend möchte ich dir Analyseinstrumente vorstellen, die allgemein recht bekannt sind, wenn es um die Messung von Persönlichkeitseigenschaften geht.

Doch beachte: Kein Persönlichkeitstest kann zu 100% objektiv sein. Die menschliche Persönlichkeit ist viel zu komplex um dies bewerkstelligen zu können. Doch Tendenzen lassen sie allemal erkennen. Zudem sollten diese Analyseinstrumente auch als Anstoß für eine weitergehende Selbstreflexion gesehen werden. Hinterfrage also auch die Ergebnisse!

Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit

Möchte man seine Persönlichkeitsmerkmale möglichst umfassend aber dennoch rasch beschreiben, dann bedient man sich meist des Fünf-Faktoren-Modells (auch kurz Big Five genannt). Dieses besteht wie der Name schon sagt aus fünf Faktoren, die die Persönlichkeit beschreiben sollen.

Laut zahlreicher Forschungen gibt es nämlich nur diese fünf grundlegenden Dimensionen, mit welchen sich Menschen grundlegend beschreiben lassen.

Laut Gerrig/Zimbardo sollen die fünf Faktoren nicht alle möglichen Ausprägungen an Persönlichkeitseigenschaften ersetzen. Vielmehr sollen die fünf Faktoren eine Klassifizierung darstellen, mit deren Hilfe man alle Menschen so beschreiben kann, dass die wichtigsten Eigenschaften nach denen man sich von anderen unterscheidet, berücksichtigt sind.

Die fünf Persönlichkeitsdimensionen sind:

  • Extraversion: Wie kommunikativ bist du? Bist du energiegeladen und durchsetzungsfähig oder eher ruhig und schüchtern?
  • Verträglichkeit: Bist du empathisch, freundlich und lebensfroh oder eher gefühlskalt und streitsüchtig? Achtung: Sei wirklich ehrlich!
  • Gewissenhaftigkeit: Bist du gut organisiert, erledigst du Aufgaben gewissenhaft und verantwortungsbewusst oder bist du eher ein Chaot?
  • Neurotizismus: Bist du psychisch stabil und zufrieden mit deinem Leben oder bist du instabil, ängstlich und launisch?
  • Offenheit: Bist du offen für Neues und sprühst nur so vor Kreativität? Oder möchtest du eher an Altbewährtem und Einfachem festhalten?

Nun könntest du deine Mitschrift aus obigen drei Übungen hernehmen und dich mithilfe dessen versuchen einzuordnen.

Vielleicht möchtest du auch einen Online-Test machen, der dich in diesen fünf Persönlichkeitsdimensionen analysiert: Der Big-Five-Persönlichkeitstest

Doch Achtung: Der Big-Five-Persönlichkeitstest ist lediglich ein Denkanstoß. Er kann deine Persönlichkeit nicht zu 100% erfassen. Ich würde das auch nur unterstützend zu den obigen drei Übungen machen – und nicht anstelle dessen. Mach zuerst das Brainstorming, fülle den Fragebogen aus und vor allem: Lasse dich von anderen Menschen beurteilen.

Das DiSG-Persönlichkeitsprofil

Das DiSG-Persönlichkeitsprofil ist eine weitere Möglichkeit, sich selbst mittels eines Analyseinstrumentes zu beurteilen. Es ist ebenfalls recht bekannt, jedoch nicht ganz so geläufig wie das Fünf-Faktoren-Modell.

Es basiert auf der Annahme, dass jeder Mensch bestimmte Verhaltenspräferenzen hat, bzw. diese im Laufe seines Lebens nach und nach entwickelt hat (die menschliche Persönlichkeit ist nie komplett statisch).

Das DiSG-Persönlichkeitsprofil unterscheidet vereinfachend vier Grundtypen von Persönlichkeiten, welche mit folgenden vier Adjektiven beschrieben werden:

  • Dominant: Dominante Personen sind sehr konsequent, entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig. Sie wirken sehr oft autoritär und übernehmen gerne das Kommando.
  • Initiativ: Initiative Personen knüpfen gerne Kontakte und sind sehr gesellig und kommunikativ.
  • Stetig: Dieser Personentyp gilt als sehr hilfsbereit. Er wirkt eher konservativ und ist bedacht, Stabilität im Leben herzustellen. Solche Personen sind meist auch sehr geduldig und bleiben an einer Sache dran.
  • Gewissenhaft: Gewissenhafte Personen sind meist detailverliebt und streben nach Perfektion. Sie sind ebenfalls recht ausdauernd und weisen meist eine starke Konzentrationsfähigkeit auf.

Wenn du die Anfangsbuchstaben betrachtest, wirst du erkennen, dass diese DISG ergeben – daher auch der Name des Analyseinstruments.

Beachte: Beim DiSG-Persönlichkeitstest geht es nicht unbedingt darum, herauszufinden, wo man sich genau einordnet. Es geht darum, zu erkennen, wohin man tendiert bzw. welche Persönlichkeitsanteile in welcher Kombination in einem vorherrschen.

Wenn du mehr darüber wissen willst, empfehle ich dir, Bücher darüber zu kaufen, bzw. ein Seminar zum Thema zu besuchen.

 

Weitere Möglichkeiten der Selbsterfahrung

Um sich selbst noch besser einschätzen zu können, könntest du auch folgende Dinge probieren:

  • Spezielle Übungen, die das eigene Selbstbewusstsein steigern sollen. Ich habe dazu eine Artikelserie zum Thema gestartet.
  • Coaching
  • Therapeutische Gespräche mit einem Psychotherapeuten
  • Selbsterfahrungsgruppen
  • Gruppentherapien

 

Wie geht es weiter?

Nachdem es heute um die Stärken und Schwächen gegangen ist, widmen wir uns nächste Woche den eigenen Werten. Die Frage, die wir uns dann stellen, lautet: Passen meine Ziele zu meinen persönlichen Wertvorstellungen?

Hier geht es zum nächsten Teil der Serie

 

PS: Ich würde mich freuen, wenn Du deine Meinung mit uns teilst, indem Du hier fleißig kommentierst :-).

©Martin Grünstäudl

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Ziele setzen und verfolgen

3 Antworten zu “Meine Stärken und Schwächen

  1. Angelika

    Vielen Dank für die wieder mal wertvollen Infos!

    Ich glaube aber dass es Sinn macht, auch Ziele zu verfolgen, die sehr groß sind und vielleicht auch ein STück unrealistisch.. Das macht sie dann viel erstrebenswerter denke ich.. WEnn es zu leicht wird, hat man nicht den nötigen Drive.

    Auch denke ich man sollte wirklich danach streben sich auch persönlich weiterzuentwickeln und mal durchaus an seinen kleinen Schwächen zu arbeiten.

    Aber alles in allem geb ich dir natürlich recht dass es sinnvoller ist an den Stärken anzuknüpfen 🙂

    Freue mich auf den nächsten Teil!

    Schönes Wochenende
    Angelika

  2. Auch ich bin sehr dankbar für deine nützlichen Beiträge, danke!
    Aber zu diesem Artikel möchte ich gern zwei Sachen los werden.

    Nachdem ich eine gründliche moralische Inventur von mir selbst ausgefertigt hatte, wollte ich auch andere um eine „Fremdbeurteilung meiner Stärken und Schwächen“ bitten. Ich bat genau zwei Leute um ein Feedback, nur leider war das anscheinend einen Schuss in den Ofen. Der erste weigerte sich, die Liste auszufüllen, da er von mir angeblich schon eine sehr gute Meinung hat und er überall eine Eins eintragen hätte. Der Andere reagierte geschockt und fragte, ob ich eine Midlifecrisis hätte. Er meinte, er möchte mich nicht verändern wollen, weil er mich mag, so wie ich bin und das mich auch genau deshalb meine Freunde mögen.

    Nach dem letzten Feedback bekam ich zwar schon eine Antwort, nur leider eine solche, dass mit einer Fremdbeurteilung sehr sensibel umzugehen ist und nicht immer das Entsprechende bei rauskommen muss.

    Die andere Sache wäre: In Deiner Liste der „Stären und Schwächen“ stehen lediglich nur positive Eigenschaften. Sachen wie „hinterhältig“, „arogant“, „lästerd“, oder „faul“ werden dabei überhaupt nicht betrachtet, was bei einer Fremdbeurteilung sichtlich mehr breitgefächerte Auswahl bietet, da die außenstehende Person ja auch öfters ein ganz anderes Bild von einem Selbst sieht. Außerdem ist es gerade bei dem Wunsch an seine Schwächen zu arbeiten doch auch sehr erwünscht, mehr über seine Schattenseiten zu erfahren.

    Liebe Grüße
    Mat

    • Hallo Mat!

      Zu jemandem mit solchen Fragen zu gehen, kann sicher Schwierigkeiten machen, da „man“ so was nicht tut. Das habe ich beim Schreiben des Artikels sicher zu wenig berücksichtigt.Vielen Dank also für dein Feedback 🙂

      Eine Option um eine Außensicht auf Umwegen zu bekommen wäre, sich in bestimmte Personen hineinzuversetzen. Wie sehen dich diese Leute? Irgendwie hat man das ja im Gespür, wie einen andere sehen – zumindest zu einem großen Teil, da sie sicher auch schon mal die eine oder andere Bemerkung darüber gemacht haben. Außerdem befinden wir uns auch tagtäglich in verschiedenen Rollen – also wird die Einschätzung teils auch unterschiedlich ausfallen.

      Was die positiven Eigenschaften betrifft: Gibst du dir zB bei Zuverlässigkeit eine Vier, dann bedeutet das ja Unzuverlässigkeit. Also sind die negativen Eigenschaften enthalten finde ich.

      Liebe Grüße
      Martin

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