Buchtipp: Deutsch fürs Leben

Buchtipp: Deutsch fürs Leben

Deutsch fürs Leben von Wolf Schneider

In diesem Beitrag stelle ich euch ein wirklich gelungenes Buch von Wolf Schneider vor.

Es trägt den Titel „Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß“ und richtet sich an alle, die in Zukunft verständlicher und attraktiver schreiben wollen.

Wolf Schneider beginnt gleich in der Einleitung mit der berechtigten Frage, wer daran schuld ist, wenn einer etwas nicht lesen mag: der Leser oder der Schreiber?

Seiner Meinung nach ist diese Frage leicht zu beantworten: Vor allem sollte sich der Schreiber mehr bemühen. Er müsse verständlich und gut schreiben um gelesen zu werden. Der Schreiber solle sich also plagen – nicht der Leser. Dieser Meinung bin ich auch.

Doch es ist gar nicht so leicht, zugleich verständlich und attraktiv zu schreiben. Damit das Gelesene als attraktiv wahrgenommen wird, muss der Text nicht nur verständlich sein. Dazu bedarf es mehr. Verständlichkeit ist bloß die Voraussetzung, damit ein Text als attraktiv bezeichnet werden kann…

 

Das Buch

Hier klicken: Deutsch fürs Leben

 

Der Inhalt von „Deutsch fürs Leben“

Das Buch enthält insgesamt 50 wertvolle Regeln rund um das Schreiben. Diese Regeln sind verpackt in sieben einzelne Kapitel:

Die richtige Einstellung

Zu Beginn plädiert Wolf Schneider dafür, dass derjenige der schreibt, die richtige Einstellung braucht. Texte, die gelesen werden, sind interessant, angenehm zu lesen und von großem Nutzen für den Leser. Der Schreiber muss also bereit sein, sich zu plagen. Nur so kann er Erfolg haben.

Regel Nr. 1 – Wer gelesen werden will, muss wissen, warum Leser lesen

Regel Nr. 2 – Der Schreiber muss bereit sein, sich zu plagen

Regel Nr. 3 – An „Entwicklungen“ sollte er nicht glauben

Die richtigen Wörter

Im zweiten Kapitel geht es um die Wörter, die wir beim Schreiben gebrauchen. Hier gibt der Autor unzählige Tipps, welche Wörter wir vermeiden und welche wir nutzen sollten. Vermeiden sollten wir vor allem Füllwörter und bürokratische Floskeln. Auch mit Adjektiven sollten wir sparsam umgehen. Wählen sollten wir hingegen kurze, schlichte und zugleich kraftvolle Wörter. Synonymen und Wortimporten steht Schneider vorsichtig gegenüber.

Regel Nr. 4 – Mit Wörtern geizen

Regel Nr. 5 – Zwei von drei Adjektiven streichen

Regel Nr. 6 – Den akademisch-bürokratischen Jargon zertrümmern

Regel Nr. 7 – Modewörter und Klischees vermeiden

Regel Nr. 8 – Mit Silben geizen

Regel Nr. 9 – Schlichte Wörter wählen

Regel Nr. 10 – Die engste Einheit benennen

Regel Nr. 11 – Noch weniger als die engste Einheit benennen

Regel Nr. 12 – Verben hofieren

Regel Nr. 13 – Passiv, Infinitiv und Plusquamperfekt vermeiden

Regel Nr. 14 – Synonyme meistens suchen

Regel Nr. 15 – Synonyme häufig tilgen

Regel Nr. 16 – Importe prüfen

Die richtigen Sätze

Bloß die richtigen Wörter zu wählen ist zu wenig. Auch der Satzbau muss gefallen. Hier sollte man mit Nebensätzen vorsichtig umgehen. Überwiegend sollten wir Hauptsätze verwenden. Trotzdem sagt die Länge eines Satzes allein noch nichts darüber aus, wie verständlich und angenehm er zu lesen ist. Schachtelsätze müssen aber unbedingt vermieden werden.

Regel Nr. 17 – Die deutsche Syntax überlisten

Regel Nr. 18 – Zusammenlassen, was zusammengehört

Regel Nr. 19 – Hauptsätze ausreizen

Regel Nr. 20 – Vier Arten von Nebensätzen niemals verwenden

Regel Nr. 21 – Einschachtelung vermeiden

Regel Nr. 22 – Nebensätze manchmal voranstellen

Regel Nr. 23 – Nebensätze meistens anhängen

Regel Nr. 24 – Attribute vermeiden

Regel Nr. 25 – Nominalkonstruktionen zerschlagen

Regel Nr. 26 – Präpositionen tilgen

Regel Nr. 27 – Die beiden Hälften des Verbums zusammenziehen

Regel Nr. 28 – Subjekt und Prädikat zusammenschieben

Die volle Klarheit

Um verständlich zu schreiben, muss man zum Beispiel falschen Zwischensinn vermeiden. Was nicht so einfach ist, da die deutsche Sprache geradezu dazu einlädt. Zudem sollte man doppelte Verneinung vermeiden, jedoch Redundanz nicht unbedingt verteufeln; besonders wenn Kompliziertes erklärt werden soll.

Regel Nr. 29 – Falschen Zwischensinn vermeiden

Regel Nr. 30 – Die Satzglieder sinnvoll platzieren

Regel Nr. 31 – Lieber ja als nein sagen

Regel Nr. 32 – Sagen, wer wer ist

Regel Nr. 33 – Sagen, was was ist

Regel Nr. 34 – Kompliziertes doppelt sagen

Regel Nr. 35 – Kompliziertes gläsern gliedern

Die richtigen Lesehilfen

Hier geht es um Dinge, die oft nicht mal mehr angesprochen werden: um die sieben Satzzeichen, den Bindestrich, um die richtige Schreibweise von Ziffern und um die Kursivschreibung.

Regel Nr. 36 – Alle sieben Satzzeichen verwenden

Regel Nr. 37 – Bindestriche nutzen

Regel Nr. 38 – Ziffern sinnvoll einsetzen

Regel Nr. 39 – Kursivschreibung verwenden

Die richtigen Reize

Nun befinden wir uns in der Champions League des Schreibens. Es geht also um die Attraktivität der Texte. Schneider ermuntert einen hier Bilder im Kopf des Lesers zu malen, Aha-Erlebnisse zu vermitteln und für mehr Dynamik im Sprachfluss zu sorgen.

Regel Nr. 40 – Metaphern pflegen

Regel Nr. 41 – Mit Wörtern spielen

Regel Nr. 42 – Aha-Erlebnisse anbieten

Regel Nr. 43 – Bewegung vermitteln

Der richtige Anfang

Das letzte Kapitel des Buches handelt vom Texten der ersten Zeilen. Gerade diese sind besonders wichtig. Ein guter Anfang vermag es Interesse und Aufmerksamkeit zu wecken und schließlich den Leser in seinen Bann zu ziehen. Einige Techniken um einen guten Anfang zu schreiben stellt Wolf Schneider hier vor.

Regel Nr. 44 – Die Einleitung abschaffen

Regel Nr. 45 – Die Sinne bedienen

Regel Nr. 46 – Staunen machen

Regel Nr. 47 – Provozieren

Regel Nr. 48 – Schmunzeln machen

Regel Nr. 49 – Mit Unheil drohen

Regel Nr. 50 – Den Leser anreden

 

Mein Fazit

Mein Fazit ist durchweg positiv. Vor allem ist das Buch mit rund 200 Seiten Inhalt noch recht handlich und überschaubar.

Allerdings ist es eines jener Bücher, mit denen man ständig arbeiten muss. Allein das einmalige Lesen des Buches von vorne bis hinten bringt noch keinen großen Nutzen. Ich werde daher ab sofort versuchen, mir eine Regel aus dem Buch auszusuchen und diese für mindestens eine Woche genau zu studieren. Mit vielen kleinen Schritten werde ich versuchen, die unzähligen Tipps des Buches beim Schreiben umzusetzen.

Mir ist bewusst, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe, bis ich mich wirklich als guten Schreiber bezeichnen kann. Ich hoffe, ich kann das überhaupt irgendwann von mir behaupten :-).

 

PS: Ich würde mich freuen, wenn du deine Meinung mit uns teilst, indem du hier fleißig kommentierst :-).

©Martin Grünstäudl

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