So bringst du Ziele und Werte in Einklang

Ziele setzenNachdem du nun deine  Ziele mit deinen Stärken und Schwächen abgeglichen hast, solltest du sie nun mit deinen persönlichen Werten abgleichen, sowie deine Motivation für jedes Ziel erfragen. Darum geht es im heutigen Artikel.

Du wirst deine Ziele nämlich nur dann erreichen, wenn sie in Einklang mit deinen Werten stehen. Nur dann stehst du voll hinter den Zielen und dein Unterbewusstsein wird dir keine Steine in den Weg legen.

Dies ist ein Beitrag zur Artikelserie zum Thema Zielsetzung und Zielerreichung. In den ersten Teilen der Serie ging es um das Finden erster Ziele. Nun geht es darum, diese Ziele auf Realisierbarkeit und Passung zu überprüfen. Dies geschieht unter anderem dadurch, dass man sich der eigenen Wertvorstellungen und Motivationen bewusst wird.

Hier gelangst du zum nächsten Teil der Serie: Ziele von Widersprüchen befreien

 

Mach dir deine Motivation für deine Ziele bewusst

Das ist für heute der erste Schritt: Du solltest gründlich hinterfragen, was dich eigentlich motiviert ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Frag dich also bei jedem deiner Ziele, die du dir gesetzt hast, warum du dieses Ziel erreichen willst. Ist deine Motivation groß genug, um es auch wirklich erreichen zu können?

Stell dir dabei folgende Fragen:

Habe ich mir dieses Ziel gesetzt, weil ich es wirklich will, oder habe ich es mir gesetzt, weil es als gesellschaftlich akzeptiert und generell als erstrebenswert gilt?

Welche Gefühle verbinde ich mit diesem Ziel? (Dabei geht es rein um deine Emotionen – du solltest dabei nicht versuchen, diese Frage verstandesmäßig zu beantworten. Entscheide ganz spontan, wie du dich fühlst, wenn du an dieses Ziel denkst bzw. dir vorstellst wie es sein wird, wenn du es schlussendlich erreicht hast.)

Was genau macht dieses Ziel so erstrebenswert für mich? (Nun kann dein Verstand arbeiten. Worin siehst du die Gründe, dass dieses Ziel motivierend wirkt? Welche Vorteile hast du davon, wenn du dein Ziel erreicht hast?)

Lass dir bei der Beantwortung der Fragen wieder ausreichend Zeit. Investiere mindestens 15 Minuten dafür. Und vor allem: Beantworte die Fragen schriftlich! (Ich weiß, ich wiederhole mich – aber das ist eben ein ganz wichtiger Punkt )

 

Vergleiche den Schwierigkeitsgrad mit deiner Motivation

Nun ist es Zeit, jedes deiner Ziele in punkto Schwierigkeitsgrad zu bewerten. Wie schwierig ist es in Anbetracht deiner Stärken und Schwächen, das jeweilige Ziel zu erreichen?

Nimm jedes deiner Ziele her und bewerte den Schwierigkeitsgrad seiner Erfüllung auf einer Skala von 1 bis 5. Ziele mit einem Schwierigkeitsgrad von 1 sind leicht und ohne viel Anstrengung zu erreichen. Sie treffen außerdem auf Stärken von dir. Für Ziele mit einem Schwierigkeitsgrad von 5 bedarf es großer Anstrengungen um sie zu erreichen. Zudem handelt es sich dabei meist um Ziele, die auf persönliche Schwächen treffen, welche eine Erreichung des Ziels noch zusätzlich erschweren.

Als nächstes solltest du jedes auf diese Weise bewertete Ziel hernehmen und es mit deiner Motivation vergleichen. Wenn ein leicht zu erreichendes Ziel auf hohe Motivation deinerseits trifft, dann ist ja alles wunderbar. Auch Ziele mit einem Schwierigkeitsgrad von 3 und hoher Motivation sollten kein allzu großes Problem darstellen. Schwieriger wird es schon, wenn es besonders schwierig ist, sie zu erreichen.

Doch beachte dabei folgendes: Wenn du ein Ziel unbedingt erreichen willst, dann solltest du die Verfolgung des Ziels auch in Erwägung ziehen. Ich glaube, wir alle brauchen auch Herausforderungen im Leben. Erst dadurch wird das Leben interessant. Bist du bei solch schwer zu erreichenden Zielen aber nur mäßig motiviert, dann konzentrier dich lieber auf die anderen. Es hat dann nur wenig Sinn es weiterzuverfolgen. Zumal jedes zusätzliche Ziel, das du verfolgst, dir auch einen Teil deiner Energie abverlangt. Diese Energie könnte dir dann bei der Realisierung der übrigen (dir persönlich wichtigeren) Ziele fehlen. Das sollte nicht passieren.

 

Berücksichtige deine Werte!

Nun ist es an der Zeit, einen genaueren Blick auf deine persönlichen Werte zu werfen.

Ich weiß, ich wiederhole mich schon wieder. Aber es kann nicht oft genug betont werden: Viele Ziele, die sich Menschen setzen, sind nicht ihre eigenen. Sie dienen lediglich dazu, Erwartungen anderer Menschen bzw. der Gesellschaft als Ganzes zu erfüllen und somit als „normal“ zu gelten. Und was ist schon „normal“? „Normal“ ist der Durchschnitt. Es steckt ja schließlich das Wort „Norm“ darin. Wenn man zur Norm gehört, bedeutet dies, dass man zur Mehrheit gehört. Doch ist gesagt, dass die Mehrheit richtig liegt? Die Mehrheit hat in der Tat schon oft falsch entschieden.

Doch worin liegt der Zweck, wenn man Ziele verfolgt, die gar nicht die eigenen sind? Ganz einfach: Wir alle haben das Bedürfnis dazuzugehören. Doch das Problem dabei ist, dass wir meist keinen allzu großen Erfolg dabei haben, wenn wir uns ständig verstellen und Ziele anderer verfolgen. Die Wahrheit ist, dass wir meist besser bei anderen Menschen ankommen, wenn wir authentisch sind und unsere eigenen Ziele verfolgen (natürlich Ziele, die anderen nicht schaden!). Gerade notorische Ja-Sager werden sehr oft nur ausgenutzt und herumgeschubst. Leute, die auch mal Nein sagen können, werden meist eher akzeptiert und vor allem respektiert.

Natürlich musst du jetzt nicht alles verteufeln, was als „normal“ gilt. Es gilt jetzt nicht alles anders zu machen nur um ja anders zu sein. Das ist auch der falsche Weg. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie bei so vielem irgendwo in der Mitte. Es gilt also, dir deiner grundlegenden persönlichen Wertvorstellungen bewusst zu werden. Wenn sich ein gesellschaftlich akzeptiertes Ziel mit deinen Wertvorstellungen deckt, dann ist alles ok. Wenn es aber nicht so ist, solltest du etwas ändern.

Denn: Werte haben einen großen Einfluss auf unser Verhalten. Sie steuern uns unbewusst. Wenn ein Ziel nicht zu unseren Werten passt, können wir zwar bewusst versuchen, es zu erreichen. Unser Unterbewusstsein wird aber alles daran setzen, die Erreichung des Ziels zu verhindern. Das gilt für Ziele in jedem Lebensbereich – sowohl beruflich als auch privat.

Leider ist es gar nicht so einfach, den eigenen Werten auf die Spur zu kommen. Immerhin steuern sie ja unser Verhalten unbewusst. Sie verschließen sich also unserem Bewusstsein. Werte dürfen nämlich nicht verwechselt werden mit rationalen Absichten. Wenn du deinen Werten auf die Spur kommen willst, dann kannst du das vor allem über den emotionalen Weg. Die folgenden Fragen solltest du daher überwiegend aus dem Bauch heraus (also gefühlsmäßig und nicht rational) beantworten:

Wie wichtig

… ist dir die Familie?

… ist dir ein fixer Partner / eine Partnerin?

… ist dir Treue in der Partnerschaft?

… sind dir eigene Kinder?

… ist dir, auch Zeit alleine zu verbringen?

… ist dir die Beziehung zu Freunden?

… ist dir deine Freizeit?

… sind dir Hobbies?

… ist dir deine Gesundheit und Fitness?

… ist dir dein Aussehen?

… ist es dir, einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten?

… ist dir persönliche und geistige Entwicklung?

… ist dir beruflicher Erfolg?

… sind dir Kontakte zu Arbeitskollegen?

… sind dir Religion und Glaube?

… ist dir materieller Besitz?

Beantworte sie wie immer schriftlich :-).

Auch die folgenden Fragen solltest du spontan und vor allem schriftlich beantworten:

Was ist dir wichtiger: viele lose Beziehungen oder einige wenige, dafür aber sehr enge Beziehungen zu Freunden?

Wie fühlst du dich, wenn du allein bist (z.B. am Wochenende)?

Was würdest du am liebsten in deiner Freizeit tun, wenn alles Denkbare möglich wäre?

Arbeitest du besser alleine oder in Gesellschaft von Kollegen?

Nun gilt es in einem letzten Schritt noch nach den Wurzeln dieser Werte zu suchen. Dabei analysieren wir die sozialen Einflüsse:

Ähneln deine Werte stark jenen deiner Eltern?

Wie stark ähneln deine Werte jenen deiner Freunde?

Wie sieht es mit den Wertvorstellungen deines Partner bzw. deiner Partnerin aus? Gibt es da starke Ähnlichkeiten?

Wie steht es um die Wertvorstellungen deiner Arbeitskollegen? Sind da Übereinstimmungen zu sehen?

Wie schauen die Werte deiner Kollegen im Verein aus, etc…?

Haben sich deine Werte abhängig von deinen Bekanntschaften über die Jahre verändert?

Hast du dich vielleicht angepasst, weil du einfach nur dazu gehören möchtest?

Und die entscheidende Frage:

Wie werden Eltern, Partner, Freunde, Kollegen reagieren, wenn du deine Ziele nach deinen wahren Werten ausrichtest und dich somit zum Teil veränderst? Welche Gefühle löst diese Vorstellung bei dir aus? Verspürst du Unbehagen dabei, wenn du dir diese Frage stellst?

Ich glaube, es ist ganz entscheidend, sich diese eine letzte Frage hier zu stellen. Oft schrecken wir ja davor ab, uns zu verändern, weil wir zu sehr Angst davor haben, was andere wohl davon denken mögen. Und so verändern wir uns nie.

Doch beachte dabei: Wenn du immer nur tust, was andere von dir erwarten, dann erfüllst du zwar deren Erwartungen – glücklich und zufrieden wirst du damit wohl nicht.

Nun vergleiche also in einem letzten Schritt deine Ziele mit den persönlichen Werten. Stehen sie in Einklang? Wenn nicht, musst du sie leider noch mal überdenken und die bisherigen Übungen mit dem neu erworbenen Wissen noch mal machen. Dieses mal geht es aber sicher schon schneller – also keine Angst :-).

Pablo Picasso: Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.

 

——————————
Übrigens:
Selbstbewusste Menschen erreichen ihre Ziele
um einiges leichter. Vielleicht ist also mein neues
Buch genau richtig für dich 🙂

Buch Selbstvertrauen

Zum Öffnen bitte Bild anklicken

(auch als eBook erhältlich)

——————————

© Martin Grünstäudl

Advertisements

6 Kommentare

Eingeordnet unter Ziele setzen und verfolgen

6 Antworten zu “So bringst du Ziele und Werte in Einklang

  1. Angelika

    Das finde ich ist ein sehr guter Tipp. Dieser Beitrag gefällt mir bisher am besten. Ich denke auch daß man oft falschen Idealen hinterherrennt und sich zu wenig fragt was man selbst will.

  2. conbu

    Sehr guter Artikel!

    Aus Zeitmangel habe ich ihn zwar nur überflogen, er ist aber gespeichert und wird zu einem späteren Zeitpunkt intensiv durchgearbeitet

  3. Gabi

    Finde den Artikel auch echt top – wenn ich ihn wie vorab erst mal nur überflogen und gespeichert habe.

  4. Peter

    Normalerweise kommentier ich ja eher nichts, aber an dieser Stelle muss ich mal ein Lob loswerden und kann nur sagen Hut ab, tolle Artikel zum Thema Lebensziele, danke dafür und weiter so. Bisher sind alle Artikel eine Bombe und ich finde Sie sehr interessant und lehrreich und Sie helfen mir sehr gut mehr über mich zu erfahren und meine persönlichen Ziele klarer zu erkennen und zu definieren.

  5. Kalu

    Ganz grosses Lob für diese Reihe! Ja, es kostet Zeit. Diese Zeit ist gut in mich investier. Ich weiss heute schon durch die Beantwortung soviel mehr. Ein schönes Gefühl. Danke dafür!!

  6. André Becker

    „Ich weiß, ich wiederhole mich schon wieder. Aber es kann nicht oft genug betont werden: Viele Ziele, die sich Menschen setzen, sind nicht ihre eigenen. Sie dienen lediglich dazu, Erwartungen anderer Menschen bzw. der Gesellschaft als Ganzes zu erfüllen und somit als „normal“ zu gelten.“

    Aber was ist, wenn „Ansehen“ einen großen Teil ausmacht? Das kann auch ein Wert sein. Dann stellt dieser Wert also ein Problem dar weil man dadurch oft Dinge tut die für andere Personen gut aussehen, aber man selbst vielleicht nicht will. Jetzt bin ich in einem Konflikt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s