Befreie deine Ziele von Widersprüchen!

Ziele setzenIm heutigen sechsten Teil der Serie „Ziele setzen und erreichen“ geht es darum, deine Ziele von Widersprüchen zu befreien.

Deine Ziele sollten sich keinesfalls gegenseitig im Weg stehen. Denn dadurch wird die Erreichung praktisch unmöglich.

In den beiden letzten Teilen zur Serie hast du deine Stärken und Schwächen beleuchtet, und du bist dir deiner Motivationen und Werte bewusst geworden. Du hast also deine Ziele auf Realisierbarkeit hin überprüft.

Das machst du auch heute wieder – sofern du das hier Gelesene auch anwendest. Beim nächsten Mal zeige ich dir dann, wie du deine Grobziele verfeinern kannst.

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Was ich unter widersprüchlichen Zielen verstehe

Darunter verstehe ich Ziele, die nicht gleichzeitig erreicht werden können. Z.B. könntest du dir folgende Ziele gesetzt haben für die nächsten Jahre:

  • ein Haus zu bauen,
  • sich mit einer genialen Idee selbständig zu machen,
  • viel Feizeit zu haben,
  • den Traumpartner zu finden,
  • eine Familie zu gründen,
  • ein Philosophiestudium zu machen,
  • Dazu erstmal die Matura nachzuholen,
  • 10 Kilo abzunehmen,
  • und mit dem Rauchen aufzuhören.

Einerseits ist es schon deshalb schwierig diese Ziele zu erreichen, weil es so viele sind (und vor allem auch einige sehr große darunter sind, deren Erreichung viel Zeit und Energie erfordert). Und unsere Energie ist leider begrenzt…

Das sagt die Wissenschaft: Laut den Psychologen Roy Baumeister und John Tierney ist unsere Willenskraft begrenzt. Deshalb sollten wir uns nicht allzu viel auf einmal vornehmen. Zum Beispiel raten sie davon ab, eine lange Liste an guten Vorsätzen für das neue Jahr zu erstellen. Eine lange Liste an Vorsätzen erfordert nämlich einen schier übermenschlichen Willen. Und den hat in der Regel niemand. Wenn man also ein Ziel erreichen will, dann sollte man zur gleichen Zeit nicht verschiedene andere verfolgen. Denn: Weil unsere Willenskraft begrenzt ist, konkurrieren die verschiedenen Vorsätze miteinander.

Die gute Nachricht dabei: Die Willenskraft ist laut Baumeister und Tierney trainierbar! Sie sind der Überzeugung, dass nicht positives Denken zum Erfolg führt, sondern Disziplin. Und Disziplin lässt sich wie ein Muskel trainieren. Mehr darüber erfährst du in ihrem Buch: „Die Macht der Disziplin. Wie wir unseren Willen trainieren können„.

Ich zum Beispiel bin ein extremer Fall: Wenn ich mir auch nur zwei wichtige Sachen für denselben Tag vornehme, bin ich schon weniger konzentriert bei der Arbeit. Sobald ich mit dem Abarbeiten der einen Sache beginne, denke ich schon an die zweite Sache. Dies wirkt sich dann natürlich negativ auf die Effizienz aus.

Deshalb bin ich dazu übergegangen, mir für jeden Tag genau eine Priorität vorzunehmen. Ich widme mich erst dann einer neuen Aufgabe, wenn ich genau das erreicht habe, was ich mir vorgenommen habe. Dann kann ich mich immer noch anderen Dingen widmen – je nach Lust und Laune.

Doch wenn du wie oben so viele wichtige Ziele gleichzeitig verfolgen willst: Wie setzt du dann die Prioritäten? Wenn du – um zu Ziel Nr. 1 der obigen Liste zu kommen – ein Haus baust. Wirst du dann genau sagen können: „Okay, heute Vormittag widme ich mich mal nur dem Hausbau. Am Nachmittag ist dann die Familie dran. Morgen widme ich mich der Arbeit, und übermorgen dem neu begonnenen Studium.“

Ich glaube, das wird nicht möglich sein. Alle, die schon mal ein Haus gebaut haben, wissen: Es ruft dich ständig wieder mal wer zwischendurch an. Dann funktioniert wieder was nicht. Dann muss man wieder dabeistehen bzw. die Arbeit, die gemacht wurde, kontrollieren. Allein der Hausbau zieht also schon eine Menge Energie ab, die dann bei der Erreichung der anderen Ziele fehlt.

Und mit der Selbständigkeit ist es ähnlich. Auch wenn man sich im eigenen Unternehmen durch fähige Mitarbeiter immer entbehrlicher machen kann – manchmal wird ausdrücklich nach dem Chef gefragt. Vor allem dann, wenn es wieder mal Probleme gibt. Und E-Mails müssen schließlich auch regelmäßig beantwortet werden.

 

So befreist du deine Ziele von Widersprüchen

Du wirst jetzt vielleicht einwenden: OK, aber das sind schließlich meine langfristigen Wünsche und Lebensziele. Ich möchte all das erreichen.

Na super: Das spricht klar für dich, wenn du anspruchsvolle Ziele hast für dein Leben! Doch: Du kannst diese Ziele unmöglich alle auf einmal verfolgen.

Du musst dir also eine sinnvolle Reihenfolge der Verfolgung und des Abarbeitens überlegen. Alles andere würde dich klar überfordern und dich unzufrieden machen, da du dann keine wirklichen Erfolge erkennst. Wer alles auf einmal erreichen will, erreicht in der Regel nichts. Leider ist das so…

Ich würde dir daher folgende sechs Schritte ans Herz legen:

Schritt 1: Setze dir klare Prioritäten!

Im letzten Teil der Serie hast du ja bereits deine Motivation für die verschiedenen Ziele hinterfragt. Nun solltest du die verbliebenen Ziele in eine klare Rangliste ordnen. Welches ist das wichtigste Ziel? Welches ist das zweitwichtigste usw. …

Schritt 2: Werde dir der Beziehungen zwischen deinen Zielen bewusst

Man unterscheidet grob gesagt drei Zielbeziehungen:

  • Komplementäre Ziele (Ziele, die sich ergänzen): Wird ein Ziel erreicht, wird auch das andere erreicht bzw. zumindest in seiner Erreichung begünstigt.
  • Indifferente Ziele (Ziele, die sich neutral gegenüber stehen): Wird ein Ziel erreicht, sagt das noch nichts über die Erreichung des anderen Ziels aus.
  • Konkurrierende Ziele (Ziele, die sich stark widersprechen): Wird ein Ziel erreicht, behindert es das Erreichen eines anderen Zieles.

Schritt 3: Mit nur einer Aktivität mehrere Ziele erreichen

Überleg dir, ob du vielleicht Ziele hast, die schön zusammenpassen (ob du also komplementäre Ziele hast). Kannst du Aktionen setzen, mit denen du gleichzeitig mehreren Zielen näher kommen kannst? Ein hohes Guthaben auf der Bank und beruflicher Erfolg sind zwei Ziele, die sich gut ergänzen. Ein hohes Guthaben auf der Bank und ein Hausbau eher weniger .

Schritt 4: Vermeide es, konkurrierende Ziele gleichzeitig erreichen zu wollen

Beispielsweise wirst du dir keinen großen Freundeskreis in einer Zeit aufbauen können, in der du mitten im Aufbau eines neuen Unternehmens stehst, welches deine volle Aufmerksamkeit verlangt. Doch langfristig müssen sich diese zwei Ziele keineswegs ausschließen. Du kannst dein Unternehmen ja schließlich so organisieren, dass es auch ohne deine ständige Anwesenheit läuft wie geschmiert. Doch zu Beginn deiner Selbständigkeit geht das wahrscheinlich nicht. Da bedarf es der persönlichen Anwesenheit und Arbeit in der Firma.

Schritt 5: Achte auf deine Kapazitäten

Nun solltest du realistisch sein: Wie hoch sind deine physischen und psychischen Kapazitäten? Was für Ziele kannst du dir gleich für die nächsten Monate oder Jahre setzen, die dich nicht überfordern? Welche Ziele musst du dir für später aufheben? Rufe dir auch wieder deine persönlichen Stärken in Erinnerung. Die Erreichung welcher Ziele fällt dir persönlich leichter?

Schritt 6: Unterteile deine Ziele in lang- und kurzfristige

Um dazwischen immer wieder Erfolgserlebnisse zu haben, solltest du deine wenigen langfristigen Ziele herunter brechen auf viele kurzfristige. Wie, erfährst du beim nächsten Mal..

Hier gelangst du zum nächsten Teil der Serie.

 

 

©Martin Grünstäudl

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