Jeder möchte etwas sein, keiner möchte etwas werden …

Vergleich dich nicht mit anderen

… Dieses Goethe-Zitat war mein erster Impuls als ich von der zweiten Runde des Sonntagskrachers las. Das Thema der Blogparade diesmal: Habt ihr euch schon mal gewünscht, jemand anderes zu sein? (Update: Die Autorin hat inzwischen ihren Blog leider aufgelöst)

Ich weiß, dass sich die Autorin Beiträge wünscht, in denen wir beschreiben, wer wir sein möchten und wieso. Doch ich werde das Thema etwas anders angehen. Auch wenn das eine Themenverfehlung meinerseits sein sollte ;). Übrigens veranstalte auch ich öfters Blogparaden. Schau gleich mal nach, ob es derzeit auch eine gibt: Meine Blogparaden

Mittlerweile habe ich eigentlich nicht mehr den Wunsch, jemand anderes zu sein. Nicht einmal mehr hin und wieder.

Ich bin nämlich ganz zufrieden mit mir. Ich bin mir durchaus meiner Schwächen bewusst, doch ist das kein Problem mehr für mich. Denn ich weiß auch, dass ich über Stärken verfüge. Und ich konnte auch schon in der Vergangenheit Erfolge feiern und habe bereits Dinge erreicht, die nicht so selbstverständlich sind.

Kurz gesagt: Ich bin zufrieden so wie ich bin und akzeptiere mich mit all meinen Stärken; aber auch mit all meinen Schwächen. Doch das war nicht immer so.

 

Das Problem mit den Vergleichen

In der Vergangenheit habe ich immer nur das Negative an mir gesehen. Dinge, die ich einfach nicht schaffte, wo ich wieder mal gescheitert bin. Ich habe mich aber auch sehr oft mit anderen verglichen. Und natürlich vergleicht man sich da nicht mit Leuten, die in diesem oder jenem schlechter sind als man selbst. Nein. Man vergleicht sich natürlich mit jenen Personen, die Stärken haben, die man selbst leider nicht hat.

Das Resultat daraus: Man ist wieder einmal zutiefst unzufrieden und blickt neidvoll auf diese erfolgreichen Menschen. Was man nicht sieht, ist, dass diese scheinbar erfolgsverwöhnten Menschen auch Schwächen und sogar Probleme haben. Die fallen uns nicht auf. Wir sehen nur unsere eigenen Schwächen und die Stärken der anderen.

Doch um mal das Thema Erfolg anzusprechen: Wer sagt denn, ob du selbst erfolgreich bist oder nicht? Wer kann wirklich objektiv sagen, ob du erfolgreich bist in deinem Leben? Ich verrate dir wer das als einziges kann: Du selbst. Nur du selbst kannst beurteilen, ob du erfolgreich bist oder nicht. Denn: Erfolg ist das Erreichen selbst gesetzter Ziele.

Leider gibt die Gesellschaft vor, was als erfolgreich zu gelten hat. Und als erfolgreich gilt es nun mal, eine glückliche Beziehung zu führen – mit Kindern und Haus. Natürlich zählt da ein super Job dazu, indem man die Mörderkohle macht. Es zählt ein großes Auto dazu und der jährliche Urlaub im Süden. Und da natürlich nicht überall hin, sondern in ein Fünf-Sterne-Hotel auf die Malediven.

Außer die Nachbarn können das nachmachen. Dann muss der Urlaub beim nächsten Mal eben noch ausgefallener sein, das Auto noch größer und ein vom Architekten geplantes Baumhaus muss her. Das haben die Nachbarskinder nicht zum Spielen haha…

Die Folge davon, dass die Gesellschaft scheinbar vorgibt, wann wir uns als erfolgreich bezeichnen dürfen und wann nicht, sind also nie enden wollende Vergleiche mit anderen, großer Neid überall wo man hinblickt und der nagende Wunsch, jemand anderes zu sein.

Ganz schlimm ist es oft, wenn wir Filmstars im Kino ober im Fernsehen betrachten. Oder Models in Zeitungen sehen. Dann betrachten wir uns und fangen an, uns wieder einmal zu vergleichen. Was wir dabei nicht beachten: Erstens leben Filmstars und Models dafür, so auszusehen wie sie aussehen. Sie investieren also wahrscheinlich viel Zeit dafür, um auf der Leinwand und in Zeitungen so zu erscheinen. Und zweitens sehen sie nicht das ganze Jahr über so aus. Man braucht sich gewisse Models nur mal ungeschminkt anzuschauen…

 

Die Lösung: Selbstakzeptanz & eigene Leistung

Um die ewigen Vergleiche und Frustrationen abstellen zu können, muss man sich zuerst einmal darüber bewusst werden, dass uns Vergleiche mit anderen nicht guttun.

In einem zweiten Schritt solltest du lernen, dich selbst zu akzeptieren. Und zwar so wie du bist. Mit deinen Stärken und Schwächen. Glaub mir: Jeder hat Schwächen. Wirklich jeder!

Das Interessante dabei: Wenn du akzeptieren kannst wie du bist, dann kannst du dich auch verändern. Und zwar ganz leicht und mühelos. Irendwie paradox. Wenn man etwas so stark will, dass man sich zuviel Druck dabei macht, dann verhindert man die Erfüllung dieses Wunsches.

Es hilft zwar, etwas wirklich von ganzem Herzen zu wollen. Druck solltest du dir dabei aber keinen machen. Versuche die Situation zu akzeptieren wie sie ist. Dann wirst du bemerken, dass dir alles nur so zufällt und du dir deine Träume erfüllen kannst.

Wenn du nämlich akzeptierst wie du bist, dann blickst du nicht mehr auf andere. Der ganze Neid, den du verspürt hast, wenn du auf die Erfolge anderer geblickt hast, fällt auf einmal weg. Du bist nun frei. Frei das zu tun, was dich deinen Träumen näher bringt. Ganz locker und ohne Druck.

Dann genießt du auch den Weg dorthin. Und der Weg ist wichtig. Ohne etwas dafür zu tun, wirst du dich nämlich nie verbessern und Erfolg haben können. Aus dir wird nie jemand Erfolgreiches, wenn du immer nur etwas sein, aber nie etwas werden möchtest. Du musst auch etwas Zeit und Mühe investieren, um was zu erreichen.

Denn: Was wir bei den Vergleichen nie sehen, wenn wir nur voller Neid auf andere blicken, ist, dass diese meist etwas dafür getan haben, um jetzt dieses Haus oder dieses Auto ihr eigen nennen zu können. Wenn du dein Leben und dich aber akzeptierst und dich von dem ganzen Druck löst, dann siehst du mit einem Mal, dass du das auch erreichen kannst.

Sofern du halt etwas dafür tust!

 

Tipp: Um deine Selbstakzeptanz zu fördern, könntest du dir mal meine Artikelserie für mehr Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz ansehen.

 

PS: Ich würde mich freuen, wenn du deine Meinung mit uns teilst, indem du hier fleißig kommentierst :-).

Foto: aboutpixel.de - Marco Lachmann-Anke (3DAgentur)
Text: Martin Grünstäudl
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3 Kommentare

Eingeordnet unter Persönliches

3 Antworten zu “Jeder möchte etwas sein, keiner möchte etwas werden …

  1. „Erfolg ist, wenn du deine eigenen Ziele erreichst.“ Dieser Satz hat meine Einstellung zum Thema Neid und Vergleich mit anderen schon viel geholfen. Jetzt schaue ich erst, welche Ziele andere haben, bevor ich mich selbst mit ihnen vergleiche. Und dann frage ich, wie sie diese erreicht haben und lerne daraus meine eigenen Lektionen.

  2. Sabine

    Ein sehr inspirierender Beitrag! Leider bin ich noch sehr in Vergleichen gefangen. Besonders wenn ich sehe wie selbstsicher andere auftreten

    • Hallo Sabine!

      Da du ja (wie ich aus deinen bisherigen Kommentaren ablesen kann) meine Artikelserie für mehr Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen verfolgst, hast du dich ja schon auf den Weg gemacht. Erste Voraussetzung für mehr Selbstsicherheit ist ja genauso, dass du dich selbst akzeptierst.

      lg Martin

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