Mein Blog, mein Traum, die quälende Angst und ich

Bücher schreiben

Jana hat kürzlich die Frage gestellt, wie wir das Bloggen in den Alltag integrieren und welchen Stellenwert das Bloggen in unserem Leben einnimmt.

Diese Frage hat mich für den folgenden Beitrag inspiriert. Darin werde ich euch meinen Traum verraten und wie mich meine Angst vom Erfolg abhält.

 

Mein Traum

Mein Traum ist es, irgendwann vom Schreiben leben zu können. Nur vom Schreiben. Ich würde am liebsten den ganzen Tag lang bloggen und dazu noch Bücher schreiben, die oft und mit Begeisterung gelesen werden.

Warum ich blogge, habe ich ja schon in einem eigenen Artikel anklingen lassen. Kurz gesagt bietet es mir eine Menge Vorteile: Ich lerne durch das Bloggen selbst eine ganze Menge dazu und ich erhalte wertvolles Feedback durch meine Leser (welches ruhig noch größer ausfallen könnte – also ran an die Tasten 😉 ).  Zudem erhalte ich neue Impulse und ich entwickle mich dadurch auch anderweitig weiter.

Doch leider kann ich davon nicht meine Rechnungen bezahlen. Am liebsten würde ich ja den ganzen lieben Tag lang nur für diesen Blog schreiben, recherchieren was das Zeug hält und womöglich lächerlich guten Content liefern. Wenn es denn die Zeit erlauben würde – und vorausgesetzt, dass ich dazu überhaupt in der Lage bin.

Um meinen Traum zu verfolgen, muss ich diesen Blog wohl (dezent) monetarisieren und dazu noch Bücher und eBooks schreiben, welche sich hoffentlich so gut verkaufen werden, um damit meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Doch davon bin ich leider noch ein Stück weit entfernt…

 

Die Sache mit dem Bücherschreiben

Mittlerweile habe ich kein Problem mehr damit, nach dem Schreiben eines Blogartikels (und gründlichem Durchlesens desselben) den Veröffentlichen-Button zu drücken.

Zu Beginn meines Bloggens war das nicht so selbstverständlich. Ich habe damals für einen noch so kleinen Beitrag viel Zeit gebraucht, bis ich mich endlich getraut habe, damit online zu gehen. Mittlerweile bin ich viel mutiger was das betrifft.

Doch ganz anders ist es bei meinem Vorhaben endlich wieder ein Buch zu veröffentlichen.

Mein erstes Buch habe ich ja über einen Verlag veröffentlicht. Darin ging es um das Thema Unternehmensgründung (da ich mich beruflich bisher viel mit diesem Thema beschäftigt habe).

Wenn du für einen Verlag schreibst, dann hast du eine fixe Deadline, die es gilt einzuhalten. Das ist prima für mich, denn ohne Deadline komme ich nur schwer in die Gänge. Das ist beruflich und karrieretechnisch gesehen eine große Schwäche von mir.

Da ich aber einen fixen Termin hatte, gelang es mir auch, das Buch rechtzeitig fertigzuschreiben. Ansonsten wäre mir nämlich jede Woche, die ich mein Manuskript verspätet abgegeben hätte, ein voller Prozentpunkt meiner Buchtantieme flöten gegangen. Und das fand ich dann nicht so cool, wodurch ich mich leicht zum Schreiben motivieren konnte.

Die letzten Wochen bis zur Deadline waren nicht recht angenehm. Erstens tendiere ich dazu, alles aufzuschieben und mich erst dann an die Arbeit zu machen, wenn es nicht mehr anders geht.

Zweitens hatte ich auch furchtbare Angst davor, dass das nicht Gefallen findet, was ich da so von mir gegeben habe.

Ich habe das Manuskript gefühlte 100 Mal durchgelesen bevor ich es dem Verlag geschickt habe. Trotzdem war ich noch zutiefst verunsichert.

Auch wenn ich jetzt das eine oder andere anders formulieren würde, ist es dennoch gut angekommen. Zumindest bei den meisten, welche es gelesen haben.

Also immerhin: Ich habe es veröffentlicht. Und zwar relativ rasch. Es hat sich einige Male verkauft und unsere Steuerberatungskanzlei hat bereits stark davon profitiert. Wir haben wirklich einige Kunden dadurch bekommen – zumindest hat es uns dabei unterstützt.

Doch zurück zu meinem Problem…

Ich habe schon vor längerer Zeit den Entschluss gefasst, Bücher und eBooks ohne die Hilfe eines Verlages zu veröffentlichen. Ganz einfach deshalb, weil ich es nicht leiden mag, wenn ich nicht alles selbst entscheiden kann (wie zum Beispiel Titel, Länge und Anzahl der Kapitel, Autorenmarge etc…).

Beim Veröffentlichen von Büchern im Books-on-Demand-Verfahren ist man viel flexibler und kann alles selbst bestimmen. Das ist mir beides sehr wichtig. Auch wenn diese Art des Veröffentlichens eine Menge Nachteile hat. (Aber darauf werde ich im Rahmen der Artikelserie über passives Einkommen noch näher eingehen.)

Ein Problem, das ich beim Schreiben habe bzw. hatte, ist der oben genannte Umstand, dass ich meist nur mit fixer Deadline in die Gänge komme. Da ich aber gerne schreibe, habe ich mir angewöhnt, jeden Tag etwas zu schreiben. Manchmal weniger und manchmal mehr. Das funktioniert ganz gut. Mein Hauptproblem ist das also Gott sei Dank nicht mehr.

Mein Hauptproblem liegt in meiner Angst begründet.

Irgendwie ist das ja komisch. Beim Bloggen habe ich damit überhaupt kein Problem mehr. Wenn ich mal etwas Kritik abbekomme, nehme ich das auch nicht mehr so persönlich und verkrafte es ziemlich leicht.

Doch mit dem Buchveröffentlichen verhält es sich komischerweise ganz anders. Ich kann dabei fast keine Seite schreiben, ohne das Geschriebene sofort im Anschluss fünfmal durchzulesen und mich ständig zu fragen, ob das wirklich gut ist – oder ob es einfach nur scheiße ist.

Beim Bloggen hingegen fange ich zum Schreiben an und lese mir das Geschriebene erst dann durch, wenn ich mit dem gesamten Artikel fertig bin. Das gelingt mir auch bei längeren Artikeln wie z.B. diesem hier: 34 Tipps um erfolgreich abzunehmen. Dieser hat 3.000 Wörter. Obwohl er so umfangreich ist, habe ich ihn von oben bis unten und ohne Pause geschrieben – ohne ein einziges Mal das bis dahin Geschriebene zu kontrollieren. Erst ganz zum Schluss habe ich ihn korrekturgelesen und dann in einem Aufwischen auch schon veröffentlicht.

Ich habe mir dabei nicht die Frage gestellt, ob der Artikel eh gut genug ist oder ob vielleicht manche Leser meine Tipps als banal oder gar als schlecht empfinden. Ich wusste einfach, dass er gut ist und ihn zumindest die Mehrheit auch als gut wahrnehmen würde.

Doch beim Bücherschreiben ist das ganz anders. Ich bin mir dabei so unsicher, dass ich mittlerweile vier Bücher begonnen habe zu schreiben. Bei zweien habe ich sogar bereits ziemlich viel geschrieben. Sie stehen sogar schon knapp vor dem Abschluss.

Doch selbst nach 20-maligem Durchlesen bin ich mir nicht sicher, ob ich dieses und jenes nicht besser formulieren könnte – einfach anschaulicher und spannender.

 

Die Sache mit der Blogmonetarisierung

Irgendwie geht mir das ja gegen den Strich. Ich möchte den Blog im Grunde gar nicht monetarisieren, sondern einfach jeden Tag etwas hoffentlich Nützliches oder zumindest Interessantes schreiben und meinen Lesern weiterhelfen und sie unterhalten.

Ich möchte mich im Grunde nicht damit beschäftigen, wie ich mit meinem Blog Geld verdienen kann, um damit zumindest einen Teil meiner Lebenshaltungskosten decken zu können.

Am liebsten würde ich aus Spaß an der Freude weiterschreiben und mich selbst dadurch weiterentwickeln. Und wie gesagt auch meinen Lesern ein Stück weit helfen können bei ihrer eigenen Entwicklung.

Besonders schlimm ist für mich, dass ich mich sodann auch mit technischen Dingen befassen muss. Ich bin nämlich ein absoluter Technikmuffel.

Und zwar in allen Dingen: Bevor ich sagen wir mal eine neue Stereoanlage oder einen Fernseher anschließe und zum Laufen bringen muss – inklusive aller Einstellungen und so – arbeite ich lieber 24 Stunden durch. Egal was – Hauptsache nichts Technisches.

So verhält es sich auch beim Bloggen. Ich schreibe gerne. Und das war`s dann. Deshalb hab ich mich auch dafür entschieden, einen Blog unter wordpress.com zu starten und nicht via wordpress.org, wo man sich um alles selbst hätte kümmern müssen.

Selbst als ich die Domain-Umstellung von 1001erfolgsgeheimnisse.wordpress.com auf 1001erfolgsgeheimnisse.com vornahm, habe ich währenddessen Blut, Schweiß und Tränen geschwitzt. Mein Puls war irgendwo bei 180, weil ich Angst hatte, dass ich dabei alles ruiniere. Gott sei Dank ging das doch ganz einfach und ohne Probleme.

Jetzt stehe ich vor dem Problem, dass ich unter wordpress.com nichts monetarisieren kann und sich auch keine Plugins installieren lassen (wie zum Beispiel ein neues Kommentarplugin, weil ich mit diesem hier nicht so ganz zufrieden bin). Ich muss also umsteigen. Oh Gott!!!

Du hast es sicher erraten: ich schiebe diesen Umstieg schon wieder eine ganze Weile vor mir her. Einfach deshalb, weil ich Angst habe, dass es nicht funktioniert und ich dabei etwas ruiniere.

Wieso kann ich nicht einfach nur schreiben… seufz…

 

Mein Ziel

Träume bleiben meistens nur ein Traum. Dies ist deshalb so, weil ein Handeln nötig ist, um etwas im Leben zu erreichen. Und dazu brauchen wir ein Ziel.

Mein persönlich größtes Ziel ist es, es innerhalb der nächsten drei Jahre zu schaffen, vom Schreiben leben zu können. Nicht in Saus und Braus leben zu können, sondern einzig und allein dazu im Stande zu sein, meine Rechnungen zu bezahlen und dabei auch keine Existenzängste mehr haben zu müssen, zu denen ich so häufig neige.

Nur weil man vom Schreiben leben kann, heißt das ja auch nicht, dass man nun davon leben muss. Aber was gäbe einem das für ein Gefühl!

Vielleicht fragst du dich jetzt, wieso ich dies hier im Blog preis gebe? Irgendwie ist das ja auch alles sehr persönlich.

Ganz einfach: ich will mich ein Stück weit dazu verpflichten, endlich ins Handeln zu kommen und meine Ängste rund um`s Bücherveröffentlichen überwinden. Die größte Erfolgschance haben wir nämlich dann, wenn wir unsere Ziele mit anderen Menschen teilen. Dazu gab es auch eine Studie (siehe „Die Wichtigkeit von Zielen“).

Außerdem wollte ich heute schlicht und ergreifend meine Gedanken zu Papier bringen. Manchmal weiß man ja erst dann, was man in Wahrheit fühlt und denkt, wenn man es aufschreibt.

Meist schreibe ich ja sehr zielorientiert. Bei meinem letzten Artikel (Das Geheimnis der erfolgreichsten Blogger der Welt) wusste ich ganz genau, was zum Schluss herausschauen sollte. Heute wusste ich das keineswegs. Ich wusste nicht, wo mich das Schreiben hinführen würde.

Doch ich habe gerade deswegen erkannt, dass mein Ziel von ganzem Herzen kommt und ich es unbedingt erreichen möchte, zumal ich heute eigentlich etwas für die Uni hätte tun sollen. Stattdessen habe ich ohne einen wirklichen Plan einfach zu schreiben begonnen.

Dass die Arbeit in einer Steuerberatungskanzlei und auch sonst als Angestellter irgendwo in einem Büro nichts für mich ist, habe ich ja bereits realisiert. Deshalb habe ich mich im Sommer 2011 dazu entschlossen, einen Master für Wirtschaftspädagogik zu machen.

Auch wenn ich glaube, dass der Job eines Lehrers von 14- bis 19-jährigen im Bereich Betriebswirtschaft mir mehr gefallen würde, ist es dennoch nicht mein persönliches Optimum.

Langer Rede, kurzer Sinn: Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben

Was ist eure Leidenschaft? Geht ihr eurer Leidenschaft nach? Verfolgt ihr ein Ziel? Oder bleibt euer Traum auf ewig nur ein Traum?

 

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Foto: pixelio.de - Wilhelmine Wulff
Text: Martin Grünstäudl
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11 Kommentare

Eingeordnet unter Persönliches

11 Antworten zu “Mein Blog, mein Traum, die quälende Angst und ich

  1. Hallo Martin,
    keine Angst, der Blogumzug ist gar nicht so schwer. Schick mir eine Mail & ich helfe dir gern!

    Viele Grüße
    Heike

    • Hallo Heike,

      das wär natürlich klasse!

      Vor allem habe ich immer Bedenken, ob ich zuvor den Blog richtig gesichert habe. Sonst funktioniert es dann nicht und die alten Daten sind auch weg.

      Reicht es eigentlich, wenn man die Daten im Dashboard unter „Daten exportieren“ sichert oder sicherst du auf andere Weise? Wird da alles verlässlich gesichert, also z.B. auch die Kommentare?

      Liebe Grüße
      Martin

  2. Jana

    Hallo Martin,

    dieser Artikel haut mich von den Socken, denn er könnte von mir sein. Die Angst vorm Veröffentlichen kenne ich nur zu gut und meistens überfällt sie mich schon beim Schreiben. Da wird jeder Satz zig-Mal neu geschrieben und am Ende halte ich den ganzen Text für einfach nur doof und habe am Ende wieder nix geschafft.

    Ich finde es echt klasse, dass Du Dir Dein Ziel gesteckt hast und es hier auch so öffentlich machst, denn so können wir Dir virtuell immer schön dezent in den Allerwertesten treten und dich anschubsen :).

    • Ja genau 🙂

      Ich hab irgendwie das Gefühl, dass ich immer weiter alles vor mir her schieben würde, wenn ich damit nicht nach außen gehe. Sobald ich anderen von einem Ziel erzähle, spornt mich das irgendwie an.

  3. Vielleicht magst du bei den eWriters mitmachen: http://www.ewriters.eu/

    Dort gibt es ein Unterforum, in dem man Bücher und E-Books vorab vorstellen kann, die in den nächsten drei Monaten erscheinen. 🙂

  4. Eine Angst vor´m Schreiben habe ich nicht wirklich; allerdings bin ich sehr kritisch, was das WIE meines Schreibens angeht.

    Ich schaue voller Achtung auf Menschen, die abwechslungsreich und kurzweilig schreiben und möchte auf diesem Gebiet noch viel, viel besser werden.

  5. Wenn die hier lieber keinen werbung veröffentlichen möchtest aber schon was im Bauch brauchst ist vielleicht auch http://www.textbroker.de eine alternative dort werden immer Fachautoren zu alle mögliche Themen gesucht

    • Hallo Patries, danke für den Hinweis. Es ist aber nicht allzu schlecht um mich bestellt 🙂

      Ich verdiene glücklicherweise noch anderweitig mein Geld und kann gut davon leben. Mittelfristig möchte ich aber vom Schreiben leben können – zumindest zu einem großen Teil.

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