Was Blogger von Künstlern lernen sollten – und was besser nicht

Erfolgreich Bloggen

Gitte Härter veranstaltet gerade eine Künstler-Blogparade. Da hab ich mir gedacht: Eigentlich haben erfolgreiche Blogger sehr viele gute Eigenschaften von Künstlern – und gleichzeitig keine ihrer schlechten.

Doch was konkret können wir Blogger von Künstlern lernen? Oder besser formuliert: Was sollten wir uns von ihnen abschauen um erfolgreich zu sein mit unserem Bloggen?

Und natürlich: Was sollten wir besser nicht von ihnen lernen?

Randnotiz: Natürlich beziehe ich mich in diesem Artikel nicht auf alle Künstler der Welt. Ich beschreibe darin einen Künstler bzw. eine Künstlerin, wie man ihn / sie sich vorstellt. Ich stütze mich dadurch also auf mein persönliches Stereotyp eines Künstlers.

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Was wir von Künstlern lernen sollten

Ich denke mal, es gibt so einige gute Eigenschaften, die wir uns von Künstlern abgucken können:


Die wichtigste Loyalität des Künstlers

Jean-Louis Barrault hat es sehr treffend ausgedrückt:

Die wichtigste Loyalität des Künstlers ist jene gegenüber der Qualität.

Ein wahrer Künstler denkt nicht in erster Linie daran, wie er dieses und jenes möglichst schnell und mit wenig Aufwand zu Geld machen kann.

Nein. Künstler gehen in ihrer Arbeit auf. Ihre Arbeit macht ihnen Spaß. Ja, sie sehen ihr Schaffen meist nicht einmal als Arbeit an.

Sie sind mit Begeisterung dabei und erfreuen sich an ihren Ergebnissen. Durch diese Begeisterung, ihr tägliches Schaffen und ihre permanente Selbstreflexion entwickeln sie sich stetig weiter und werden in ihrem Tun immer besser.

Bei den erfolgreichsten Bloggern der Welt verhält es sich ähnlich.

Sie schreiben gerne. Es bereitet ihnen sogar Freude. Vor allem wenn Sie über „ihr“ Thema schreiben – ein Thema bei dem sie allerhand zu sagen haben und sich immer wieder an ihren Beiträgen erfreuen, nachdem sie sie ins Netz gestellt haben.

Wenn man in solch erfolgreichen Blogs stöbert, dann liest man oft, dass die dahinter stehenden Personen eigentlich gar nicht deshalb mit dem Bloggen angefangen haben, weil sie Geld verdienen wollten. Sie hatten einfach nur etwas zu einem bestimmten Thema zu sagen und sagten es mit Begeisterung.


Künstler bleiben sich selbst treu

Ein wahrer Künstler bleibt sich selbst treu und versucht nicht allen zu gefallen. Vor allen Dingen versuchen Künstler nicht, ihre Prinzipien gegen Geld einzutauschen.

Auch hierbei gibt es eine Parallele zu erfolgreichen Bloggern. Auch diese bleiben ihrer eingeschlagenen Linie in der Regel treu.

Erfolgreiche Blogger schreiben für eine bestimmte Zielgruppe und denken sich vor dem Veröffentlichen jedes Blogposts, ob dieser die Interessen der Zielgruppe trifft oder nicht.

Nützt dieser Artikel meinen Lesern? Eine Frage, die sich viel zu wenige Blogger stellen.

Doch überleg mal: Was hältst du von einem Blog, der scheinbar von einem bestimmten Themengebiet handelt, nur um festzustellen, dass in etwa jeder Zehnte Blogartikel wirklich dieses Thema anspricht. Die restliche Zeit wird über gerade „heiße“ Themen berichtet, die nichts mit den Kerninhalten des Blogs zu tun haben. Das Ziel dahinter: Kurzfristiger Googletraffic.

Wo wir grade beim Thema Googletraffic angelangt sind: Wie findet ihr Blogbeiträge, die rein dafür gedacht sind, Traffic von Google zu bekommen und wo jedes fünfte Wort das Hauptkeyword des Artikels ist?

Selbst wenn Google massig Besucher zu so einem Artikel schleusen sollte (was nicht wahrscheinlich ist): Was bringt es schon, wenn Leser den Artikel so schlecht finden, dass sie nach zwei Sätzen bereits wieder das Weite suchen?


Künstler haben keine Scheu davor anders zu sein

Ein Kunstwerk ist etwas ganz Persönliches. Der Künstler hat sich darin selbst zum Ausdruck gebracht.

Ein wahrer Künstler hat also keine Scheu davor, anders zu sein. Er zelebriert ein Stück weg seine Andersartigkeit und versucht nicht andere zu kopieren und ihnen nachzueifern.

Auch hier zeigt sich der Zusammenhang mit erfolgreichen Bloggern: Sie versuchen nicht, andere Blogs zu kopieren. Bereits vom Start weg haben erfolgreiche Blogger ihre eigene Strategie verfolgt.

Wirklich erfolgreich kann man nur dann werden, wenn man sich in irgendeinem Punkt von der Masse an Blogs unterscheidet.

Nur so mal gefragt: Was ist eigentlich dein Unterscheidungsmerkmal – dein USP im Vergleich zu anderen Blogs? Warum soll jemand deine Artikel lesen und nicht die eines anderen?

„Man kann niemanden überholen, wenn man in dessen Fußstapfen tritt.“
Francois Truffaut


Künstler sind kreativ

Nichts verbindet man im Allgemeinen mehr mit einem Künstler als Kreativität. Doch ich behaupte mal, dass auch erfolgreiche Blogger sehr kreativ sind.

Dabei geht es nicht mal darum, dass der eine kreativ ist und der andere eben nicht. Ich glaube nicht, dass Kreativität einfach nur etwas Angeborenes ist und manche eben nie kreativ sein können.

Der Unterschied zwischen erfolgreichen und erfolglosen Bloggern ist der, dass die einen bereit dazu sind, ständig den Status Quo zu hinterfragen und die anderen eben nicht. Das hat auch viel mit Mut zu tun.

Nachgehakt: Wie oft übernimmst du die Meinung eines anderen Bloggers (vor allem eines erfolgreicheren als du es bist) und stellst dir die Frage, ob das auch auf dich zutrifft?

Wie viele Blogger verkünden zum Beispiel im Netz, dass man ohne Social-Media-Unterstützung wie zum Beispiel Facebook und Twitter einfach nicht erfolgreich sein kann? Doch stimmt das wirklich? Muss jeder Blogger auf Facebook sein  und einen Twitter-Account haben?

Natürlich geht es in puncto Kreativität um mehr als nur Bestehendes zu hinterfragen und es zu verändern. Es ist auch die Fähigkeit neue Ideen zu finden und Dinge neu zu kombinieren.

Kreativität baut daher durchaus auf Altbewährtem auf und versucht Dinge zu verändern und neu zu kombinieren. Jeder ist dazu in der Lage, wenn er nur will und den Mut dazu aufbringt.

Wer will im Netz schon das Ewiggleiche lesen – Dinge, die auf die gleiche Art und Weise bereits hunderte Male gesagt wurden?

Erfolgreiche Blogs sind auch deshalb so erfolgreich, weil sie anders auf ein bestimmtes Thema schauen. Sie geben dem Thema eine neue Richtung und schaffen so einen einzigartigen Nutzen für den Leser.

 
Was wir von Künstlern besser nicht lernen sollten

Es gibt eine Eigenschaft, die vielen Künstlern gemein ist und sie oft vom Erfolg abhält:


Mangelnder Vermarktungswille

OK, eingangs habe ich geschrieben, dass Künstler bei ihrer Arbeit nicht hauptsächlich ans Geld denken. Ich habe geschrieben, dass dies eine positive Eigenschaft ist. Doch nichts ist nur positiv – so auch nicht diese Eigenschaft. Alles hat auch seine Schattenseiten.

Ich sehe es so:

Erfolgreiche Blogger dachten nicht vorrangig ans Geld als sie mit dem Bloggen angefangen haben. Doch irgendwann haben sie erkannt, dass sie auch eine Gegenleistung dafür möchten, dass sie ihre Informationen so ohne weiteres preis geben.

Dies brachte auch den Lesern einen zusätzlichen Nutzen. Wenn nämlich jener Blogger, der nützlichen und interessanten Content liefert, vom Schreiben leben kann, dann wird er dies in Zukunft wahrscheinlich noch mehr tun. Er wird wahrscheinlich in Zukunft noch mehr solchen Content liefern. Das bedeutet noch mehr Lesernutzen.

Es muss also einzig und allein die Reihenfolge beachtet werden:

Zuerst kommt der Leser und dann der Eigennutzen. Und nicht umgekehrt.

Es spricht also nichts dagegen, dass du als Blogger auch eine Gegenleistung haben möchtest. Doch dafür sollte zuerst einmal dein Inhalt gut sein.

 

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Das Geheimnis der erfolgreichsten Blogger der Welt

Was mir Bloggen bisher gebracht hat


P.S.

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Foto: aboutpixel.de - Günter Albers (Xurzon) 
Text: Martin Grünstäudl
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13 Kommentare

Eingeordnet unter Erfolgreich Bloggen

13 Antworten zu “Was Blogger von Künstlern lernen sollten – und was besser nicht

  1. Mein Lieblingszitat zum Thema Kunst und Geld:

    „Eines der großen Dilemmata im Bewusstsein der Medien- und Kulturschaffenden ist, dass sie so furchtbar berufsstolz sind. Ihre Veröffentlichungen haben für sie einen so großen Stellenwert, dass sie sich einen Teil ihrer Arbeit nicht mit Geld sondern mit Autorenstolz abkaufen lassen. Dadurch ist das künstlerische oder journalistische Produkt billiger zu haben.“ (Ulli Schauen, Journalist, schauen.de)

  2. Hi Martin, da bin ich wieder 😉 Dieser beitrag hat mich sehr gefallen,

    „Künstler gehen in ihrer Arbeit auf. Ihre Arbeit macht ihnen Spaß. Ja, sie sehen ihr Schaffen meist nicht einmal als Arbeit an“

    Das stimmt die meisten Zeit macht es mir mit den Kunst spass allerdings gibt es Zeiten da ist es nicht so spassig und zwar wenn eine Ausstellung ansteht und mir keine Ideen einfallen wird es stressig oder man stellt ein Ausstellungsstuck fertig, freut sich und schmeisst im gleichen Moment was drüber

    „Mangelnder Vermarktungswille“ also ich persönlich nicht aber ich kenne eine Menge Künstler die keine Affinität zum Internet haben, was ich überhaupt nicht verstehen kann, wenn man visuelles vermarkten will gibt doch nichts geileres wie dem Internet, aber ich habe damit aufgehört überzeugungsarbeit zu leisten weil es an erste Stelle sehr anstrengend ist

    Aus egoistischer sicht gesehen ist es für mich besser wenn ich nicht zu viele Mittbewerber habe steigert sich die Chanche das ich auch was vom Küchen ab bekomme 😉

    • Hallo Patries, ich freue mich immer wieder über Kommentare 🙂

      Da hast du sicher einen Vorteil, wenn dir das Vermarkten liegt.

      Aber irgendwie kann ich andere auch verstehen. Mir persönlich geht es beim bloggen so ähnlich.. Das Schreiben liegt mir, alles Technische hingegen ist für mich der reinste Alptraum. Und dann neigt man verständlicherweise zur Vermeidung, obwohl man sich damit auch mal befassen sollte.

      Liebe Grüße
      Martin

  3. Sonja

    Lieber Martin,
    ich bin durch Gitte Härter auf Deinen Blog aufmerksam geworden.
    Finde ihn gut und hilfreich,hab den News Letter aboniert und noch mehr Lust bekommen meinen eigenen Blog zu starten.
    Ideen sind genug vorhanden,aber ich hab so Bammel vor dem technischen Zeugs.
    Aber das pack ich auch noch.
    Liebe Grüße und weiter viel Erfolg für Dich.
    Sonja

    • Hallo Sonja, das kann ich voll nachvollziehen. Ich hab vor dem technischen Zeugs jetzt noch Bammel, siehe auch https://1001erfolgsgeheimnisse.com/2013/04/27/mein-blog-mein-traum-die-angst-und-ich/

      Es kommt halt auch immer drauf an, was du mit deinem Blog machen und wie du es umsetzen willst. Wenn du den Blog monetarisieren und auch Anpassungen im Design machen willst und Plugins installieren, dann musst du dich halt um vieles selbst kümmern (außer du holst dir Hilfe). Wenn du keine Werbung schalten willst und in puncto Design auch Kompromisse in Kauf nimmst, dann gehts ganz einfach. Dann brauchst du dich z.B. nur bei wordpress.com anmelden und du hast schon deinen Blog. Der Weg ist vieleicht nicht der Schlechteste (umsteigen kann man ja immer noch).

      Liebe Grüße
      Martin

  4. http://www.blogprojekt.de oder http://www.blogprofis.de schreiben über das bloggen, die Beiträge sind für mich immer sehr hilfreich gewesen, ich nutze selber erst ca einen Jahr WordPress und war vorher bei blogger, geht auch aber wenn semi profesionell wird dann gerät man an seine Grenzen

    Seo Tools haben immer nur die Daten von blogspot.de ausgewertet, bei Blogger hat man auch keinen zugriff auf das Rootverzeichniss also einen Website verifizieren mit einen HTML datei geht auch nicht

    @Martin, meinen Blog ist my castle oder auf jedenfall meine Basis von dort aus wird alles in form von einen RSS Feed nach Facebook, Google+, Pinterest und Twitter exportiert.

    Da immer wenn meine Bilder fotografieren wollte irgendwie leere Baterien, das ist mir zu blöde gewesen also habe ich damit angefangen mit meinen Handy zu fotografieren und auf einmal war ich auch bei Instagram aber da Visual Content Marketing grade on Vogue ist nach herein gesehen gar nicht so doof das ich jetzt sowohl bei Instagram wie auch Pinterst meine Bilder unters Volk bringe da es schon gut ist als Künstler bzw. Blogger einen pesonlichen Brand rundum seine persönlichkeit zu kreieren.

  5. Servus, ich habe mal eine Frage die nichts direkt mit diesem Artikel zu tun hat. Mit welchem Plugin/Funktion hast du den das abonnieren von Kommentar hier möglich gemacht?

    Gruß

    Christian

    • Hallo Christian, das war kein Plugin. Das war bereits im Theme so vorgegeben. Ich bin nämlich mit diesem Blog noch auf wordpress.com. Dort kann man gar nichts individualisieren.

      Allerdings bin ich grade dabei, den Hoster zu wechseln und alles anzupassen. Ganz zufrieden bin ich mit dieser Kommentarfunktion nämlich nicht, da einige schon Probleme damit hatten, die einen Gravatar benutzen.

      Liebe Grüße
      Martin

  6. Pingback: Blogparade: Von der Kunst leben « Kleckerlabor

  7. Pingback: Von der Kunst leben (Blogparade) | Vielbegabte

  8. Super, musste teilweise richtig schmunzeln. Vielen dank für diesn tollen Blog Lg.

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