Deine Meinung ist gefragt: Sollten Blogger und Autoren auf gendergerechte Sprache achten?

Gendergerechte SpracheBisher habe ich mir um eine gendergerechte Sprache nicht sehr viele Gedanken gemacht. Hier im Blog schreibe ich meist in der männlichen Form und auch in meinem ersten Buch habe ich im Vorwort geschrieben, dass ich auf die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich aufgrund des dadurch besseren Leseflusses verzichte.

Doch was ist wichtiger? Gendergerechte Sprache oder der womöglich etwas bessere Lesefluss? War ich bis jetzt viel zu oberflächlich, indem ich den Gebrauch gendergerechter Sprache einfach ignoriert habe?

Der Grund, wieso ich mir diese Frage nun stelle, ist eine hitzige Debatte mit einer Studienkollegin über dieses Thema. Ich war ja bis jetzt eher der Ansicht, dass geschlechtsspezifische Formulierungen nicht wirklich wichtig sind, und dass sich das halt irgendwer ausgedacht hat, um allen Schreiberlingen dieser Welt das Leben schwerer zu machen.

Doch nun wurde mir klar, dass da doch etwas dran sein kann und, dass fehlendes Gendern durchaus eine Diskriminierung darstellen könnte.

Selbst wenn man – so wie ich – sowohl Männer und Frauen ansprechen möchte, könnte dies dazu führen, dass dadurch im Unterbewusstsein eine Ungleichwertigkeit gefördert wird.

Werden dadurch womöglich auch klassische Rollenklischees aufrechterhalten?


Wie seht ihr es? Sollte man auf gendergerechte Sprache achten?

Nun meine Frage an euch: Sollte man als Blogger bzw. Buchautor auf eine gendergerechte Ansprache achten oder ist das unwichtig?

Natürlich können auch sehr gerne Männer ihre Meinung zu diesem Thema abgeben.

Am meisten interessiert mich aber die Meinung der weiblichen Blogger und Autorinnen zu diesem Thema.

Wie handhabt ihr es eigentlich in euren Blogs? Liest man dort nur von Bloggern und Autoren oder von BloggerInnen und AutorInnen bzw. von weiblichen Bloggern und Autoren?


Für diese Blogparade brauchst du nicht unbedingt einen Blog

Wer einen eigenen Blog besitzt und das Thema interessant findet, kann gern einen eigenen Artikel dort zu gendergerechter Sprache verfassen und hierher verlinken. Im Gegenzug verlinke ich den Artikel ebenfalls in diesem Blogpost.

Wer allerdings keinen eigenen Blog hat, der kann gerne via Kommentar seine Meinung zu diesem Thema abgeben. Ich würde mich sehr darüber freuen 🙂 .

Falls ihr einen Beitrag in eurem Blog verfasst, dann hinterlasst mir bitte auch kurz einen Kommentar (denn manchmal kommt der Pingback nicht an).


Zeitraum der Blogparade

Die Blogparade erstreckt sich von heute (31. Mai 2013) bis inklusive 28. Juni 2013 – also genau 4 Wochen.

Ich freue mich auf eure Meinungen 🙂

 

Meinungen zum Thema:

Patrick von toalster.de: Gender-gerecht bloggen?

Peggy von hauindietasten.de: Wir sind zu faul für Gendergerechtigkeit!

Susanne von pyrolim.de: Bloggen in Gendersprache? Nicht bei mir.

Anja von lebens-gefuehle.blogspot.co.at: Gendergerechte Sprache

Nicole von way4view.de: Gendergerechte Sprache im Blog?

Gitte von schreibnudel.de: Gendergerechte Sprache beim Bloggen

Frank von der-ganze-rest.de: Gendergerechte Sprache? Geht das?

Herfriede von blog.konkolits.at: Gendergerechte Sprache beim Bloggen?

Jorgen von blog.jorgenschaefer.de: Gendergerechte Sprache in Blogs

Michaela von schara.at: Zum Teufel … oder zur Teufelin? Blogparade: gegenderte Blogsprache – Ja oder Nein?

Ina von konflikte-entfalten.de: Gendern beim Bloggen? Was denn sonst…?!

Ilse von entfaltungsparadies.wordpress.com: Gegendert Bloggen?


P.S.

Auf Twitter habe ich einen Account, wo ich ständig neue Blogparaden vorstelle. Wenn du wissen willst, wo gerade eine interessante Blogparade läuft, dann werde Follower ;)

 
Foto: Thommy Weiss  / pixelio.de 
Text: Martin Grünstäudl
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47 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher & eBooks schreiben

47 Antworten zu “Deine Meinung ist gefragt: Sollten Blogger und Autoren auf gendergerechte Sprache achten?

  1. Hallo Martin,
    dazu werde ich keinen Beitrag schreiben, denn ich finde diese „gendergerechten“ Beiträge immer total schwer zu lesen.
    Diskriminierung hin oder her – das Lesen soll doch Spaß machen, oder?

    LG
    Heike

    • Hallo Heike,

      ja dieser Ansicht war ich bisher auch immer. Aber die Reaktion meiner Studienkollegin hat mich etwas nachdenklich gemacht. Jetzt wollte ich mal wissen, wie andere darüber denken.

      Also eine Meinung habe ich dann ja schon 😉

      lg Martin

      • 😉
        Was meinte deine Studienkollegin denn dazu?
        Welche Argumente brachten dich ins Grübeln?

        LG
        Heike

        • Naja.. Sie hat ziemlich stichhaltig argumentiert. Da ich mich mit dem Thema noch nie befasst habe, kann ich das im Nachhinein gar nicht mehr so genau rezitieren. Sie hat unter anderem Gender Studies von Pierre Bourdieux angesprochen und naja.. Irgendwie hab ich mich gefragt, ob ich nicht etwas zu oberflächlich bin, weil ich mir die Frage vorher nie gestellt habe.

        • Na wenn es eine Studie zu irgendwas gibt, dann muss es ja stimmen….
          Ich weiß nicht.

  2. Yan

    Hi,

    ich musste erst einmal googlen was du meinst, bevor ich den Artikel gelesen habe 🙂 Also vllt. ein kleines Was ist, sonst wird geschlechtsspezifisch falsch interpretiert 🙂

    Also mein Klassenlehrer (bin ja in der Ausbildung) achtet sehr darauf sogar so zu sprechen. ich persönlich halte dies alles für einen groooooooßen Haufen Müll. Denn ob ich nun die Kollegen und Kolleginnen oder einfach nur Kollegen, Freunde und Freundinnen oder einfach nur Freunde sage, ist mir persönlich egal und ich halte es einfach nur für eine Überspitzung der Sache selbst.

    Das soll nicht heißen, dass ich gegen Gleichberechtigung bin oder etwas gegen weiblich Vorgesetzte oder gar gegen emanzipierte Frauen habe. ganz im Gegenteil, das ist alles in Ordnung, nur ich mag bzw. hasse dieses überzogene.

    Kleines Beispiel:

    „Ich sage zu meiner Freundin, dass sie bitte auf sich Aufpassen soll, wenn sie über die Reperbahn in Hamburg läuft, da es dort nicht ganz ungefährlich ist.

    Kommentar der Freundin in einem sehr feindlichem Ton:

    „Nur weil sie eine Frau ist?! Sie ist schon groß und kann auf sich selbst aufpassen!“

    Dies zeigt mir wieder, dass viele Frauen diesen feministischen Kram einfach übertreiben und auch nicht unterscheiden können.“

    Ein weiterer Kritikpunkt ist (womit ich persönlich kein Problem habe), der Standpunkt der Frauen in eine Beziehung oder gar beim ersten Date. Hier heißt es für die meisten Frauen immer noch, der Mann macht den Antrag, der Mann lädt sie ins Kino und zum Essen ein usw.

    Nur was viele nicht verstehen, man kann sich nicht die Rosinen rauspicken, entweder will man gleichberechtigt sein oder man lässt es.

    Abschließend verweise ich noch einmal auf den Satz, das ich nicht gegen Gleichberechtigung bin oder etwas gegen weiblich Vorgesetzte oder gar gegen emanzipierte Frauen habe. ganz im Gegenteil, das ist alles in Ordnung, nur ich mag bzw. hasse dieses überzogene!

    Und wie gesagt, wer jetzt sogar meint, diesen meist Überspitzten Kram mit in unsere Sprache zu übernehmen, hat einfachen nicht mehr alle Latten am Zaun, denn es gibt wirklich wichtigeres…

    Vg
    Yan

    • Hallo Yan,

      danke für deine klare Meinung zu diesem Thema. Naja „nicht mehr alle Latten am Zaun“.. so heftig würde ich es dann nicht ausdrücken. Es stellt sich halt die Frage, inwieweit unsere Sprache unsere Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflusst.

      In der Entwicklungspsychologie gibt es Studien, die den Einfluss unserer Sprache auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes bestätigen. Jetzt wär es halt interessant zu wissen, inwieweit dies auch auf gendergerechte Sprache zutrifft. Aber du hast recht: den Lesefluss beeinträchtigt es.

      lg Martin

      • Yan

        Schon klar, da stimme ich dir voll und ganz zu, und wer mag kann gerne so sprechen, nur ich bin der Meinung es ist überzogen die Emanzipation der Frau selbst auf die Sprache zu fixieren, als wenn die Frau durch die Sprache unterdrückt werden würde.

        Klar, die Sprache ist ein mächtiges Mittel, und zur Zeit in der z. B. unsere heutigen Gesetze verfasst wurden, stand es um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen nicht ganz so gut (wie man an der Formulierung unserer Gesetze sieht), aber ich halte es wie gesagt für sehr überzogen. Nur weil ich die Kollegen sage und nicht die Kollegen und Kolleginnen, bin ich noch lange kein Antifeminist oder gar Frauenhasser 😉

        VG
        Yan

  3. Das Problem hinter dieser Frage ist, dass Frauen in vielen Texten nur so halb mitgemeint sind, oder dass das sogar innerhalb eines Textes wechseln kann. In einem guten Text geht sowas nicht. Der erste Schritt ist, dass ich weiß, wen ich überhaupt meine und worüber ich schreibe. Denn man kann ja nicht „die Araber haben mehrere Frauen“ schreiben und nebenbei so tun, als seien „die Araber“ zur Hälfte Frauen. Das ist zwar ein sehr plumpes Beispiel, aber solche Fälle gescheiterter Logik findet man auch in seriöseren Aussagen.

  4. Pingback: Sollten Blogger auf gendergerechte Sprache achten? » Blogger United

  5. Hallo Marin,
    ich überlege, auch einen Artikel dazu zu schreiben. Allerdings: Wie genau geht denn „gendergerechte Sprache“? -Geht es nur um dieses große „I“ in „ProfessorInnen“, „BauarbeiterInnen“ usw.? Oder gibts noch andere Möglichkeiten, sich „gendergerecht“ zu artikulieren?

  6. Pingback: Gender-gerecht bloggen? | www.toalster.de

  7. Pingback: Gendergerechte Sprache - Wir sind einfach zu faul!

  8. Pyrolim

    Interessanter Text und bisher sehr interessante Kommentare. Dazu werde ich auf meinem Blog auch etwas verfassen. Deshalb hier nur eine kurze Anmerkung zumThema: Die Verfechter einer geschlechtergerechten Sprache unterstellen immer, dass Frauen bei der männlichen Form stets überlegen müssten, ob sie mitgemeint sind. Also ich überlege mir das nie, ich fühle mich einfach mitgemeint. Da wird mit ein Gedanke unterstellt, der mir nie kommt.

  9. Pingback: Bloggen in Gendersprache? Nicht bei mir | Pyrolirium

  10. Pyrolim

    So, erledigt: Mein Beitrag für die Blogparade in online: http://pyrolim.de/?p=4313

  11. Ganz ehrlich:
    Diese übertriebene political correctness nervt nur noch.

    Ich wende mich immer nur an meine „Leser“, und spreche damit Männer und Frauen gleichermaßen an.
    Sollte das irgendwelche Leserinnen stören, sind sie nicht gezwungen weiterzulesen.

    Selbstverständlich fühle ich mich bei allgemeinen Bezeichnungen mitangesprochen, auch wenn nur die männliche Form explizit genannt wird.

    Und ich habe auch keine Probleme damit, wenn ich versehentlich mal mit „Herr“ oder „Sir“ adressiert werde.

    lg
    breakpoint AKA „die Programmierschlampe“ (in diesem Fall ist Genus = Sexus)

  12. Mein Beitrag:
    http://lebens-gefuehle.blogspot.co.at/2013/06/diskussion-gendergerechte-sprache.html
    Wie funktioniert eigentlich so ein Ping Back ein? Geht das automatisch oder muss ich da etwas anpingen? Wenn ja wie und wo genau?

    • Hallo Anja, bei mir geht das automatisch mit dem pingen bei jedem Beitrag. Wie das bei Blogger funktioniert weiß ich nicht – wie man manuell anpingt leider auch nicht.

      Aber vielleicht können da andere Leser weiterhelfen, die mehr Ahnung haben als ich?

      lg Martin

      • Vielen Dank. Dann wird das sicherlich nicht so einfach funktionieren. Heißt ja nicht umsonst, dass WordPress mehr Möglichkeiten bietet.
        Man ist das peinlich. Steht ja klar und deutlich da, dass du Martin heißt. Ich habe das sogar wahrgenommen, dann jedoch doch vertauscht. Das kommt von der Hitze. Lg.

        • Ach das macht doch nichts..

          Übrigens: Du gibst deine URL immer falsch ein beim Kommentieren. Statt einem Bindestrich vor blogspot istein Punkt. Ich hab das geändert, damit man auch zu deiner Seite kommt, wenn man den Namen anklickt 😉

          lg Martin

  13. Pingback: Gendergerechte Sprache im Blog? - Way4View

  14. Da Gitte mit der Kommentarfunktion hier nicht so recht klar kommt, möchte ich mal kurz auf ihren sehr informativen Beitrag hinweisen 🙂 : http://www.schreibnudel.de/2013/06/beitrag-zur-blogparade-gendergerechte-sprache-beim-bloggen/

  15. Pingback: Gendergerechte Sprache? Geht das? | Der ganze Rest

  16. Herfriede kommt mit der Kommentarfunktion leider auch nicht ganz zurecht: http://blog.konkolits.at/2013/06/gendergerechte-sprache-beim-bloggen/

    Im Sommer werde ich auf einen eigenen Hoster umsteigen und dann ein anderes Kommentarplugin installieren. Ich verspreche es hoch und heilig 🙂

  17. Danke für diese wirklich spannende Frage! Ich habe mich auch mal an einer Antwort bzw. einem Kommentar versucht: http://blog.jorgenschaefer.de/2013/06/gendergerechte-sprache-in-blogs.html

  18. Katja

    Ich bin keine Bloggerin, habe mich aber wegen der firmeninternen Kommunikation mit dem Thema befasst. Seitdem bemühe ich mich um eine neutrale Ausdrucksweise. Entweder benutze ich das Binnen-I oder eben neutrale Begriffe (wie z.B. Personal statt MitarbeiterInnen). Keine meiner Mitarbeiterinnen würde sich daran stören, wenn ich nur von „Mitarbeitern“ spräche…oder wäre es ihnen nur zu peinlich sich zu beschweren? Und wie sieht es die nächste neue Mitarbeiterin? In der Kommunikation gilt bekanntlich: der Empfänger bzw. die Empfängerin bestimmt die Botschaft. Und ich tue mir selbst einen Gefallen, wenn ich das beim Senden berücksichtige.

    • Hallo Katja, danke für deinen Kommentar!

      Ja darum ging es mir auch. Ich wollte wissen, wie es andere sehen – vor allem in Hinblick auf das Schreiben künftiger Blogposts und künftiger Bücher. Ich finde es wichtig, dass man auch das mal reflektiert. Und du hast recht: das geht über das Bloggen hinaus.

      Liebe Grüße
      Martin

  19. Pingback: Blogparade: gegenderte Blogsprache - Ja oder Nein?

  20. Hi alle und -innen!

    Bin durch Zufall (oder wars die Zufällin?) auf diese spannende Blogparade gestoßen und hab mich davon zu einem Statement inspirieren lassen:
    http://midesign.at/blog/blogparade-gegenderte-blogsprache/

    Vielen Dank für diese Idee und ich freu mich auf kommende Paraden 😉

    Herzlichst,
    Michaela

  21. Pingback: Gendern beim Bloggen? Was denn sonst…?! #Blogparade | konflikte entfalten

  22. entfaltungraum

    Hallo zusammen,
    in letzter Minute auch von mir ein kleiner, sehr persönlicher Beitrag:
    http://konflikte-entfalten.de/gendern-beim-bloggen-was-denn-sonst-blogparade/
    Bin gespannt auf Rückmeldung:)
    Viele Grüße
    ina machold

  23. entfaltungsparadies

    Hallo,
    hier noch ein Beitrag. Fast hätte ich den Termin verschlafen 😉
    http://entfaltungsparadies.wordpress.com/2013/06/27/gegendert-bloggen/
    Liebe Grüße,
    Ilse

  24. Pingback: Gegendert bloggen? | EntfaltungsparadiesEntfaltungsparadies

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