17 Meinungen zu gendergerechter Sprache (Auswertung der Blogparade)

Gendergerechte SpracheVor ca. einem Monat habe ich die Blogparade „Sollten Blogger und Autoren auf gendergerechte Sprache achten?“ gestartet, die gestern zu Ende ging. Das Thema wurde sehr kontrovers diskutiert.

Viele sind der Meinung, dass man vor allem auf den Lesefluss und nicht so sehr auf gendergerechte Sprache achten sollte.

Fast ebenso viele sind allerdings gegenteiliger Meinung und legen großen Wert auf geschlechtsneutrale Sprache beim Bloggen.


Gendergerechte Sprache: Das Stimmungsbild

Insgesamt haben sich 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen / TeilnehmerInnen (oder genügt das Wort Teilnehmer?) an der Diskussion rund um gendergerechte Sprache beim Bloggen und Bücher-Schreiben beteiligt.

Es haben dabei 13 Frauen (9 Meinungen via Blogbeitrag und 4 via Kommentar) und 4 Männer (3 Meinungen via Blogbeitrag und 1 via Kommentar) mitgemacht.

Von diesen 17 Meinungen lauteten genau 8, dass man sich um gendergerechte Sprache nicht kümmern sollte, da dies übertrieben sei bzw. zu einem gestörten Lesefluss führe.

5 Teilnehmerinnen und 1 Teilnehmer sind allerdings der Ansicht, dass man sich sehr wohl bemühen sollte, gendergerecht zu formulieren. Man muss sich halt etwas anstrengen und so formulieren, dass die eigenen Texte immer noch gut lesbar sind.

3 Meinungen sind eher gespalten und stehen dem Thema alles in allem neutral gegenüber.


Gendergerechte Sprache: Die Beiträge zum Thema

Die teilnehmenden Blogs:

Patrick von toalster.de: Gender-gerecht bloggen?

Patrick ist der Meinung, dass man beim gendergerechten Bloggen Gefahr läuft, den Inhalt aus den Augen zu verlieren, weil man mitunter beim Schreiben verkrampft auf die Form und die gendergerechte Verpackung achtet. Zudem glaubt er, dass es wichtigere Aufgaben in Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau gibt, als auf eine gendergerechte Sprache beim Schreiben zu achten.

Peggy von hauindietasten.de: Wir sind zu faul für Gendergerechtigkeit!

Peggy ist überzeugt davon, dass die deutsche Sprache ungerecht ist und, dass Sprache einen großen Anteil an unserem Denken und Handeln hat. Deshalb tritt sie auch für eine gendergerechte Sprache ein. Was der ganzen Debatte aber fehlt, sei etwas mehr Diskussionskultur.

Susanne von pyrolim.de: Bloggen in Gendersprache? Nicht bei mir.

Susanne meint, dass sich gute Schreibe und Gendersprache gegenseitig ausschließen. Da nur gut lesbare Texte auch gelesen werden, sollten sich auch Blogger entsprechend bemühen, gut und flüssig zu schreiben. Gendergerechte Sprache würde aber genau das verhindern. Deshalb plädiert sie für das generische Maskulinum – außer, wenn der Inhalt des Textes die Unterscheidung zwischen Frauen und Männern verlangt.

Anja von lebens-gefuehle.blogspot.co.at: [Diskussion] Gendergerechte Sprache

Anja wirft unter anderem die Frage in den Raum, ob in England und den USA die Frauen weniger diskriminiert werden, weil dort die Sprache geschlechterneutraler ist? Zudem findet sie, dass gendergerechte Sprache erst recht den teilenden Aspekt der Geschlechter betont. Aus diesen und anderen Gründen hält sie nicht viel davon.

Nicole von way4view.de: Gendergerechte Sprache im Blog?

Nicole hält nicht viel von gendergerechter Sprache in Blogs. Da es sie auch beim Lesen nicht stört, wenn nicht gendergerecht geschrieben wird, verzichtet sie selbst beim Schreiben ebenfalls darauf. Zudem empfindet sie es teilweise sogar als störend, wenn man stets beide Formen lesen muss.

Gitte von schreibnudel.de: Beitrag zur Blogparade: gendergerechte Sprache beim Bloggen

Gitte hat früher fast nur in der männlichen Form gebloggt. Allerdings bekam sie daraufhin einige unschöne Kommentare per E-Mail zugesandt.  Darum hat sie sich vor Jahren dafür entschieden, nur noch gendergerecht zu bloggen. Mittlerweile findet sie das auch gut so, da sie rückblickend ihre Sprache viel zu männlich findet. Denn: Worte haben Macht. Gitte meint deshalb, dass wir sensibler mit Sprache umgehen sollten.

Frank von der-ganze-rest.de: Gendergerechte Sprache? Geht das?

Frank findet, dass Sprache wichtig ist, also sollte man auch über das Thema „Gendergerechte Sprache“ nachdenken. Er selbst schreibt allerdings mit den männlichen Begriffen, da für ihn der männliche Begriff in der Regel die weiblichen Mitglieder der bezeichneten Gruppe mit beinhaltet. Außerdem findet er, dass man gegenderte Texte zumeist nur sehr schwer lesen kann. Vor allem sollte man aber bei der Entscheidung genau auf die Zielgruppe achten.

Herfriede von blog.konkolits.at: Gendergerechte Sprache beim Bloggen?

Herfriede hat keine Probleme damit, wenn ein Text nicht geschlechtsneutral formuliert ist. Sie fühlt sich trotzdem immer mit angesprochen. Sie ist der Meinung, dass es außerdem wichtigere Themen gibt, über die sich mal jemand Gedanken machen sollte – zum Beispiel über gerechte Entlohnung.

Jorgen von blog.jorgenschaefer.de: Gendergerechte Sprache in Blogs

Jorgen meint, dass eine leicht diskriminierende Sprache zwar nicht unbedingt zu den wichtigsten Themen gehört, man sich dennoch des Problems annehmen kann. Vor allem wenn man bedenkt, dass es laut Studien einen Zusammenhang zwischen der gesprochenen Sprache und der generellen Gleichberechtigung gibt. Leider gibt es derzeit noch keinen wirklich guten Lösungsweg um gleichzeitig genderneutral zu formulieren und gut leserliche und flüssige Texte zu schreiben.

Michaela von schara.at: Zum Teufel … oder zur Teufelin? Blogparade: gegenderte Blogsprache – Ja oder Nein?

Michaela ist ebenfalls der Meinung, dass man sich mit diesem Thema auseinandersetzen sollte. Auch wenn die gängigen Varianten gendergerechter Formulierung nicht das Gelbe vom Ei sind, ist es auch keine Lösung, einfach darauf zu pfeifen. Ihr Tipp ist, die rein geschlechtsbezogene Form tunlichst zu vermeiden. Diese Art des Schreibens regt laut Michaela an, das gesamte Repertoire der deutschen Sprache auszunutzen.

Ina von konflikte-entfalten.de: Gendern beim Bloggen? Was denn sonst… ?!

Ina ist überzeugt davon, dass alle, die öffentlich Sprache benutzen, eine besondere Verantwortung tragen. Deshalb sollte man sich auch mit diesem Thema auseinandersetzen und sich überlegen, wie man geschlechtsneutraler formulieren könnte. Ina gibt sich sehr viel Mühe beim Schreiben, da sie möglichst viele Menschen damit erreichen und in ihrem Sein respektieren will.

Ilse von entfaltungsparadies.wordpress.com: Gegendert Bloggen?

Ilse zieht es wann immer möglich vor, neutrale Begriffe wie z.B. „Studierende“ zu verwenden. Generell versucht sie, beim Schreiben geschlechtsneutraler zu formulieren, auch wenn das anfangs Umstellungsschwierigkeiten bereitet hat. Ilse findet das aber wichtig, da Sprache Bewusstsein schafft.

Kommentare zum Thema:

Manche haben zwar keinen eigenen Blogbeitrag zum Thema geschrieben, sich jedoch per Kommentar an der Diskussion beteiligt:

Heike meint, dass das Lesen vor allem Spaß machen solle und sie diese „gendergerechten“ Texte als total mühsam zu lesen empfindet.

Yan findet es etwas übertrieben, wenn man beim Schreiben auf gendergerechte Sprache achtet, da man die Emanzipation der Frau nicht auf die Sprache fixieren kann.

Irene meint, dass es vor allem ein Problem ist, wenn Frauen in Texten nur so halb mitgemeint sind und dies innerhalb eines Textes sogar noch wechselt.

breakpoint findet das Ganze übertrieben und meint, dass Leserinnen nicht gezwungen sind, weiterzulesen, wenn es sie stört, dass nicht gegendert wird.

Katja bemüht sich vor allem bei der firmeninternen Kommunikation um gendergerechte Sprache und um neutrale Begriffe.


P.S: Am Montag startet bereits die nächste Blogparade!

Kommenden Montag, dem 1. Juli 2013 starte ich bereits wieder eine Blogparade. Dieses Mal geht es um das Thema Ziele. Um welche Fragestellung es sich dabei konkret handelt, verrate ich aber erst am Montag – schau also wieder vorbei!

Einen Überblick über alle meine Blogparaden findest du hier.


P.P.S.

Auf Twitter habe ich einen Account, wo ich ständig neue Blogparaden vorstelle. Wenn du wissen willst, wo gerade eine interessante Blogparade läuft, dann werde Follower ;)

 
Foto: Thommy Weiss  / pixelio.de 
Text: Martin Grünstäudl
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