Warum es so verdammt schwer ist, sich zu verändern

Gefangen im Ich?Erfolgsgurus lassen uns immer wieder glauben, dass es geradezu lächerlich einfach sein soll, sich grundlegend zu verändern. Man braucht dazu nur die richtige Einstellung und das nötige Wissen, um mehr Erfolg im Leben haben zu können. Wie das Ganze funktionieren soll, erfahren wir durch ihre Bücher in Kombination mit Hör-CDs, DVDs und der Anmeldung zu ihren kostenpflichtigen Newslettern.

Die Folge ist, dass viele Leute jedes neue Produkt des Erfolgsgurus kaufen – in der Hoffnung, dass sie diesmal dieses eine Geheimnis erfahren, wie sich mühelos und ohne Aufwand alle Ziele auf dieser Welt erreichen lassen. Nur komisch, dass sich dieses eine Geheimnis für die meisten nie offenbart.

Das Problem dabei ist nämlich, dass wir glauben, Veränderung ginge einfach von der Hand. Wir hören und lesen schließlich die ganze Zeit von diesen Gurus, dass es so einfach ist. „Wenn du dafür kämpfen musst, dann machst du etwas falsch.“ So oder so ähnlich lautet ihre frohe Botschaft. Kein Wunder also, dass sich niemand mehr anstrengt und gleich dem nächsten Guru hinterherrennt, wenn die Techniken des einen wohl doch nicht funktionieren.


Warum es so schwer ist, sich zu verändern

Doch warum ist es wirklich so schwer, sich zu verändern? Ich glaube der Hauptgrund liegt ganz einfach darin, dass wir Menschen die Tendenz haben, kurzfristig sowohl Freude zu empfinden als auch Schmerz zu vermeiden.

Oder warum glaubst du, haben wir überhaupt schlechte Gewohnheiten? Schlechte Gewohnheiten sind ja nur deshalb schlecht, weil sie uns von unseren Zielen abbringen und langfristig unserem Erfolg im Weg stehen. Es sollte theoretisch also nicht so schwer sein, schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Schließlich sind sie ja schlecht, bringen uns also im Leben nicht recht weiter.

Trotzdem scheitern die meisten von uns daran, schlechte Gewohnheiten loszuwerden. Zu Jahresbeginn fassen wir uns allerhand Vorsätze. Zum Beispiel wollen wir mit dem Rauchen aufhören, weniger auf der Couch liegen und stattdessen die Laufschuhe schnüren, uns gesünder ernähren, die Zeit im Büro effektiver nutzen und und und… Nach ein paar Wochen werfen wir aber entnervt das Handtuch.

Doch warum ist das so? Ganz einfach: Langfristig mag das Aufgeben von schlechten Gewohnheiten zwar viel für unsere Gesundheit, unser Aussehen oder unseren Geldbeutel bringen. Kurzfristig jedoch ist dies alles mit Schmerz – sprich Aufwand – verbunden. Sehr häufig denken wir nur an den Schmerz und nicht daran, welchen Nutzen wir daraus ziehen würden, wenn wir uns verändern.

Zum Beispiel sollte es uns eigentlich nicht so schwer fallen, eben jenes Stück Torte nicht zu essen, weil es sehr fett ist und wir sowieso schon viel zu dick sind. Trotzdem tun wir es. Du fühlst dich nämlich in dem Moment, wo du es isst, richtig gut – auch wenn dich nachher das schlechte Gewissen plagen sollte. Du ziehst also das kurzfristig gute Gefühl dem langfristigen vor. Da wir in fast allem was wir tun verucht sind, dem kurzfristigen Impuls nachzugehen, fällt es uns sagenhaft schwer uns zu verändern.


Es ist trotzdem möglich, sich zu verändern!

Was ich mit diesem Beitrag bezwecke, ist sicher nicht, dich vollends zu entmutigen. Im Gegenteil. Ich möchte dir nur bewusst machen, dass es dir zwar möglich ist, dich zu verändern, dass dir dies jedoch nicht über Nacht gelingen wird; und schon gar nicht ohne Anstrengung deinerseits.

Um dich langfristig stark verändern zu können, musst du ständig am Ball bleiben. Dir muss auch bewusst sein, dass es immer wieder mal Rückschläge geben wird und Entwicklung nie linear passiert.

Ich selbst bin ein gutes Beispiel dafür. Vor nicht allzu langer Zeit war ich echt am Boden. Ich war ziemlich deprimiert, da sich scheinbar nichts in meinem Leben zum Besseren entwickelt hat, obwohl ich ständig in diversen Erfolgsbüchern las und mir einredete, dass ich mir doch große Mühe gebe, um mich zum Besseren zu verändern. Doch dem war keineswegs so. Ich habe ein Buch nach dem anderen gelesen und es dann ins Bücherregal gestellt, um gleich das nächste Buch in Angriff zu nehmen.

Irgendwann habe ich dann realisiert, dass es so nicht weiter gehen kann: Ich war überaus introvertiert und schüchtern, hatte somit wenige bis keine Freunde, konnte mich nie irgendwo durchsetzen, war mit meiner beruflichen Situation unzufrieden und mein Selbstvertrauen hätte mieser nicht sein können.

Es musste also etwas passieren. Und das war auch Gott sei Dank der Fall. Ich habe irgendwann begonnen, mich anzustrengen und mich Stück für Stück zu verändern.

Zum Beispiel habe ich einige meiner Glaubenssätze hinterfragt und angefangen, mir bestimmte Gewohnheiten abzugewöhnen, neue Gewohnheiten zu etablieren und meine Komfortzone immer mal wieder zu verlassen. Und ich war auch bei einer Therapeutin.

Doch wenn du glaubst, dass ich von heute auf morgen große Sprünge mit all diesen Maßnahmen gemacht habe und sich alles wie von selbst gebessert hat, dann irrst du dich. Im Gegenteil: Es gab immer wieder herbe Rückschläge, wo ich erneut in alte Muster verfallen bin. Doch das Schöne ist, dass ich mich in den letzten Jahren stark zum Positiven hin verändern konnte – und zwar mit vielen vielen kleinen Schritten. Auch wenn ich noch nicht ganz dort bin, wo ich hinmöchte – ich bin unterwegs. Und das ist das Wichtigste.

Du kannst es mir ja gleichtun! Was ich konkret gemacht habe um mich zu verändern, verrate ich dir in den nächsten Wochen 😉


So geht es weiter…

Zum Beispiel erfährst du in den nächsten Wochen, warum Autosuggestion – anders als von Erfolgsgurus suggeriert – für Menschen mit geringem Selbstvertrauen eben nicht funktioniert und sogar gefährlich sein kann:

Eignet sich Autosuggestion zur Stärkung des Selbstvertrauens?

Und natürlich verrate ich dir, wie man meiner Meinung nach am besten Gewohnheiten los wird und neue Gewohnheiten etabliert:

So wirst du schlechte Gewohnheiten los

So entwickelst du neue Gewohnheiten

So kannst du selbst starke Gewohnheiten noch ändern


P.S.

Wenn du an geringem Selbstvertrauen leiden solltest, dann könntest du gleich mal damit beginnen, die Übungen meiner Serie für mehr Selbstvertrauen zu machen: 50 Übungen für mehr Selbstvertrauen.

Doch Achtung: Die Beiträge zur Serie sind nicht einfach nur dafür gedacht, schnell mal zwischendurch gelesen zu werden. Die Übungen bringen nur etwas, wenn du dir Mühe machst und sie tatsächlich ausführst.

Komm also in die Gänge und widerstehe dem Impuls, kurzfristig den Aufwand, den du damit hast, vermeiden zu wollen. Jede Übung kostet dich nur ein paar Minuten deiner Zeit. Der langfristige Nutzen ist aber beträchtlich!

 

Über den Autor

Mein Name ist Martin Grünstäudl und ich blogge hier mit großer Begeisterung.

Wie es der Name des Blogs vermuten lässt, geht es um das Thema Erfolg. Vor allem schreibe ich über das Setzen und Erreichen von Zielen und über den Aufbau von mehr Selbstvertrauen. Auch Themen wie erfolgreiches Bloggen und die Erzielung von passivem Einkommen kommen nicht zu kurz.

Du findest mich auch auf Google+ und auf Twitter.

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Warum es so verdammt schwer ist, sich zu verändern

  1. Hallo Martin,
    das hast Du sehr schön geschrieben und beschrieben mit nützlichen Links und weiteren Infos. Ich denke, dass es für die meisten einfach bequemer ist, so zu bleiben wie man ist. Wenn man sich ändert, betrifft das ja auch die Mitmenschen und es ist mit Aufwand und Überwindung verbunden.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      ja stimmt, es ist momentan bequemer alles beim Alten zu lassen, weil man sich dann nicht anstrengen muss und auch keine Risiken eingeht. Aber langfristig gesehen ist es meiner Meinung nach der falsche Weg – vor allem, wenn man drunter leidet.

      Liebe Grüße
      Martin

  2. Hallo Martin,
    ein schöner Artikel über ein Thema, dass uns alle ab und zu beschäftigt. Liebe Grüße Birgit

  3. Angelika

    Hallo Martin,
    ja da kann ich mich nur anschließen. Vor allem schön dass du wieder aus der Sommerpause zurückbist und hoffentlich wieder regelmäßig schreibst 🙂
    lg Angelika

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