Buchtipp: Die Macht der Disziplin

Die Macht der DisziplinHeute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das ich dieser Tage gelesen habe. Das Buch trägt den Titel „Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können“ und wurde von zwei amerikanischen Autoren verfasst, nämlich dem Psychologen Roy Baumeister und dem Autor und Wirtschaftsjournalisten John Tierney.

Meiner Meinung nach enthält das Buch eine Menge nützlicher Tipps. Schön ist vor allem, dass die Aussagen nicht an den Haaren herbeigezogen wurden, sondern durch jede Menge Beispiele aus der psychologischen Forschung sowie aus Erfahrungen verschiedenster Menschen belegt werden.

Vor allem erfahren wir von den Autoren Baumeister und Tierney, dass zwar positives Denken und Selbstvertrauen für ein zufriedeneres Leben sorgen, dass es aber unsere Disziplin und unsere Willenskraft sind, die vor allem zum Erfolg im Leben führen.

Die gute Nachricht ist, dass sich Disziplin trainieren lässt und, dass es Wege gibt, um Willenskraft zu sparen und uns dadurch die Sache mit der Disziplin leichter fällt.

Doch nun zu den Inhalten des Buches:


Die Inhalte von „Die Macht der Disziplin“

Einleitung

In der Einleitung erfahren wir, dass vor allem die Stärkung unseres Willens der sicherste Weg zu einem besseren Leben ist.

Wir erfahren hier auch, dass man unterscheiden kann zwischen bewusster und unbewusster Selbstdisziplin. Für die bewusste Selbstdisziplin benötigen wir Willenskraft. Wir müssen uns also ein Stück weg dazu zwingen, so und so zu handeln. Unbewusste Selbstdisziplin erfordert jedoch keine Willenskraft mehr – hierbei handelt es sich also um Gewohnheiten.

Bedenken muss man dabei, dass es für die Entstehung von guten Gewohnheiten im Vorfeld meist notwendig war, über einen gewissen Zeitraum Willenskraft anzuwenden – ansonsten wäre die jeweilige Handlung nie zur Gewohnheit geworden.

Die Wiederentdeckung der Selbstdisziplin

In diesem ersten Kapitel lernen wir etwas über die so genannte Ego-Depletion oder Selbsterschöpfung.

Anhand vieler Beispiele sehen wir, dass unsere Willenskraft Grenzen hat und bei Benutzung immer weiter geschwächt wird.

Wir erfahren außerdem, dass wir dieselbe Willenskraft für alle möglichen Aufgaben benutzen. Somit wird schnell klar, dass wir uns besser nicht zu viel auf einmal vornehmen sollten und, warum die vielen Neujahrsvorsätze, die wir jedes Jahr von neuem haben, nie umgesetzt werden. Abzunehmen und gleichzeitig mit dem Rauchen aufzuhören ist somit keine gute Idee.

Die Kraft der Willenskraft

Baumeister und Tierney vergleichen hier unser Gehirn mit einem Computer: Ohne Energie sind die besten Schaltkreise nutzlos, im Computer wie im Gehirn.

Deshalb sei es wichtig, dem Gehirn regelmäßig Glukose zuzuführen. Laut Forschungsergebnissen gibt es nämlich einen starken Zusammenhang zwischen der Zufuhr von ausreichend Glukose und unserer Disziplin.

Allerdings betonen die Autoren, dass wir dem Körper nicht unbedingt Zucker in Form von Süßigkeiten und dergleichen zuführen sollten, wenn unsere Disziplin zu wünschen übrig lässt. Wir sollten besser auf Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index – sprich auf gesunde Nahrung – setzen. Diese führt unserem Körper Energie über einen längeren Zeitraum gleichmäßig zu.

Endlich alle Ziele verwirklichen

Der erste Schritt der Selbstdisziplin liegt in einem klaren Ziel.

Auch wenn Ziele immens wichtig sind, betonen Baumeister und Tierney gleichzeitg, dass wir uns nicht zu viele Ziele auf einmal setzen sollten (darüber habe ich übrigens schon einige Male geschrieben, zum Beispiel hier: 3 Tipps, um alle Ziele im Leben zu erreichen)

Außerdem sollten wir aufpassen, nicht widersprüchliche Ziele zu haben – also Ziele, die sich zum Teil gegenseitig ausschließen.

Auch empfehlen uns die Autoren, dass wir nicht nur kurz- und langfristige Ziele haben sollten, sondern auch, dass wir uns selbst zur Verfolgung dieser Ziele verpflichten müssen. Hierzu eignen sich unterschiedliche Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Vertrag mit uns selbst oder die öffentliche Bekanntgabe unserer Ziele.

Baumeister und Tierney sind auch gegenüber To-Do-Listen positiv eingestellt. Allerdings sollten wir darin immer nur den jeweils nächsten Schritt anführen, den wir tun möchten. Und dieser nächste Schritt muss ganz genau formuliert sein.

Wenn der Wille schwach wird

Nicht nur unsere tägliche Arbeit und der willentliche Verzicht auf Versuchungen schwächt unseren Willen – auch Entscheidungen ermüden uns zusehends.

Interessant ist laut Forschung, dass unsere Willenskraft sogar bei an sich angenehmen Tätigkeiten schwächer wird – wenn auch bei weitem nicht so schnell wie bei unangenehmen Dingen.

Besonders ermüdend scheint es demnach, wenn wir Kompromisse eingehen müssen. Dies führt sehr häufig zur schnellen Schwächung unseres Willens.

Disziplin macht sich bezahlt

Interessant ist außerdem laut zahlreichen Untersuchungen, dass Menschen ihr Verhalten ändern, wenn sie vor einem Spiegel gestellt werden bzw. wenn sie wissen, dass ihr Verhalten beobachtet wird. Genau aus diesem Grund sollten wir dafür sorgen, dass uns andere Menschen „beobachten“.

Somit sollten wir unsere Ziele nicht nur für uns behalten, sondern auch anderen davon erzählen. (Besonders positiv ist es, wenn wir sogar noch periodische Fortschrittsberichte abliefern, wie eine Studie der Dominican University gezeigt hat)

Der Wille lässt sich trainieren

Das ist die gute Nachricht: Unser Wille ermüdet zwar, dafür lässt er sich aber trainieren.

Natürlich haben Baumeister und Tierney einige Tipps für uns, wie wir das bewerkstelligen können. Zum Beispiel hilft die Erreichung kleinerer Ziele dabei, auch größere zu erreichen (auch darüber habe ich schon mal geschrieben: Setze dir nur Ziele, die du auch erreichen kannst!)

Zudem ist die Etablierung von Gewohnheiten immens wichtig, da sich Disziplin in einem Bereich zu einem gewissen Grad auch auf andere Bereiche überträgt.

Mit Tricks durch schwierige Zeiten

Auch wenn sich Willenskraft und Disziplin trainieren lassen: Wir sind nicht immer gut beraten, wenn wir uns drauf verlassen stark genug zu sein.

Baumeister und Tierney empfehlen daher vor allem Gewohnheiten zu etablieren und Versuchungen so weit es geht zu vermeiden. Zum Beispiel sollte man lieber gar keine Süßigkeiten kaufen – wenn keine zu Hause sind, dann ist man auch nicht versucht, welche zu essen.

Hilfe von höheren Mächten

Die Autoren betonen in diesem Kapitel die Religion als einflussreiches Phänomen, das seit Jahrtausenden wirksame Mechanismen zur Selbstdisziplin entwickelt hat.

Irgendwie hat das große Ähnlichkeit mit dem Umstand, dass wir Ziele eher erreichen, wenn wir anderen davon erzählen. Wenn wir unsere Ziele Gott anvertrauen, dann bemühen wir uns mehr sie zu erreichen (sofern man gläubig ist).

Wie Sie Ihr Kind stark machen

Baumeister und Tierney haben nicht nur Tipps für uns selbst parat, sondern auch für die Erziehung von Kindern zu mehr Willenskraft und Disziplin.

Unter anderem betonen die Autoren, dass Selbstvertrauen zwar etwas sehr Positives ist (indem es unser Leben zufriedener macht und wir dadurch manche Dinge anpacken, die wir ohne Selbstvertrauen nicht gemacht hätten). Allerdings kann Selbstvertrauen auch in Narzissmus umschlagen, der häufig dazu führt, dass wir einen vernünftigen Rat in den Wind schlagen oder stur sind und mit hoffnungslosen Unterfangen unsere Zeit vergeuden.

Deshalb glauben sie, dass Willenskraft und Disziplin viel größere Erfolgsfaktoren in unserem Leben sind als es Selbstvertrauen je sein kann. (Trotzdem: Selbstvertrauen sorgt für ein zufriedeneres Leben – und wer von uns will das nicht? Deshalb lohnt es sich, sein Selbstvertrauen zu stärken. Tipps dazu erhältst du hier 😉 )

Die Autoren empfehlen daher vor allem, in der Erziehung nicht das Selbstvertrauen der Kinder zu betonen, sondern die Disziplin. (Ich denke allerdings, dass beides zu einem gewissen Grad gefördert werden sollte – was auch sicherlich von der jeweiligen Persönlichkeit des Kindes abhängen sollte.)

Quälen Sie sich nicht

Dieses Kapitel wurde einzig und allein für all jene geschrieben, die ständig mit ihrem Gewicht kämpfen und abnehmen wollen.

Baumeister und Tierney haben vor allem drei Tipps für uns, die sie im Buch näher erläutern:

  • Mach nie eine Diät!
  • Versprich nie, dass du in Zukunft auf irgendein Lebensmittel verzichten willst.
  • Mach nie den Fehler, Übergewicht mit Willensschwäche gleichzusetzen.

Außerdem lernst du in diesem Kapitel etwas über den Scheißegal-Effekt, den du sicher auch schon mal selbst durchgemacht hast.

Ach übrigens: Wenn du abnehmen möchtest, dann habe ich auch ein paar Tipps für dich 😉 : 34 Tipps um erfolgreich abzunehmen

Mit weniger Aufwand mehr erreichen

In diesem letzten Kapitel erhalten wir einige Abschlusstipps. Über manche Tipps konnte man schon in den vorigen Kapiteln lesen, andere wiederum wurden zusätzlich genannt:

  • Ruf dir Parkinsons Gesetz in Erinnerung: Jede Tätigkeit benötigt so viel Zeit, wie zu ihrer Erledigung zur Verfügung steht.
  • Vermeide Planungsfallen (damit ist gemeint, zu viel in zu kurzer Zeit erledigen zu wollen, weil wir unsere Disziplin maßlos überschätzen): Erinnere dich an vergangene Erfahrungen. Was hast du bisher in welchen Zeiträumen umgesetzt? Passt das zusammen mit dem, was du dir gerade vorgenommen hast?
  • Verpflichte dich zu bestimmten Uhrzeiten zu genau einer Aufgabe – andere Aufgaben darfst du in dieser Zeit nicht verfolgen.
  • Gönn dir regelmäßig eine Belohnung, wenn du ein Ziel erreicht hast.


Mein Fazit zum Buch „Die Macht der Disziplin“

Alles in allem finde ich, dass es ein gelungenes Buch ist. Besonders gefällt mir, dass es nicht einfach ein weiterer Selbsthilferatgeber mit Tipps ist, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen wurden. Vielmehr orientieren sich die Inhalte sehr stark an der psychologischen Forschung. Einige Male wurde auch auf Erfahrungen unterschiedlicher Menschen zurückgegriffen, was ich auch recht interessant fand.

Allerdings muss man auch sagen, dass das Buch etwas verwirrend und kein wirklicher roter Faden zu erkennen ist. Manches wiederholt sich auch und man muss das Wissen in dem Buch erstmal selbst ordnen, wenn man Handlungen daraus ableiten möchte, um mehr Willenskraft und Disziplin zu bekommen.

Trotz dieser paar Schwächen ist es ein sehr empfehlenswertes Buch und meiner Meinung nach das Geld wert 🙂


P.S.

Das Buch ist auch als eBook erhältlich


Über den Autor

Mein Name ist Martin Grünstäudl und ich blogge hier mit großer Begeisterung.

Wie es der Name des Blogs vermuten lässt, geht es um das Thema Erfolg. Vor allem schreibe ich über das Setzen und Erreichen von Zielen und über den Aufbau von mehr Selbstvertrauen. Auch Themen wie erfolgreiches Bloggen und die Erzielung von passivem Einkommen kommen nicht zu kurz.

Du findest mich auch auf Google+ und auf Twitter.

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