Ein Buch veröffentlichen: Warum es für viele ewig ein Traum bleibt

ein Buch veröffentlichenWenn ich so durch die Blogosphäre surfe, dann fällt mir ein Wunsch auf, den offenbar recht viele Blogger haben: der Wunsch, irgendwann ein Buch zu veröffentlichen. Teilweise hegen sie diesen Wunsch bereits seit Jahren.

Doch was hält sie davon ab, ein Buch zu veröffentlichen? Auf den ersten Blick sollte es doch gar nicht so schwer sein: Einfach mutig drauf los schreiben, hin und wieder ein paar Recherchen anstellen, entweder einen Verlag anschreiben oder selbst veröffentlichen. Punkt aus. Eigentlich gar nicht so schwer.. Oder etwa doch?

Aufgrund der vielen Leute, die zwar den Wunsch hegen, ein Buch zu veröffentlichen – es aber nie tun – könnte noch mehr dahinter stecken…

Nachfolgend habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten zehn Gründe zusammengestellt, warum es vielen nicht gelingt, jemals ein Buch zu veröffentlichen:


Grund Nr. 1: Beim Bücher schreiben brauchst du einen roten Faden

Bloggen ist viel einfacher als ein Buch zu schreiben. Beim Bloggen brauchst du bei jedem Blogpost nur einen Gedanken zu haben, auf den du näher eingehst. Das können mal 300 Wörter sein, oder auch mal 3.000 – je nachdem, was das Thema hergibt. Dieser hier hat übrigens exakt 1.411. (exklusive Autorenbox)

Bei einem Buch allerdings werden es schon mal 50.000 oder gar 100.000 Wörter. Und die sollen wenn möglich auch einen Sinn ergeben. Die Kapitel müssen aufeinander aufbauen und das Buch sollte als Ganzes eine klare Aussage transportieren. Der Leser sollte nach Möglichkeit nach der Lektüre das Gefühl haben, jetzt mehr über das Thema zu wissen als vorher.

Bei einem Roman ist das Ganze wahrscheinlich noch schwieriger. Dort solltest du gekonnt Spannung aufbauen und diese wenn möglich das ganze Buch hindurch aufrecht erhalten. (Damit wäre ich persönlich überfordert – da halte ich mich besser an Sachbücher 🙂 )


Grund Nr. 2: Deine Deutschkenntnisse sollten einwandfrei sein

Beim Bloggen ist es nicht so tragisch, wenn du hin und wieder einen Rechtschreib-, Grammatik- oder Beistrichfehler machst. Das sehen dir deine Leser in der Regel nach. Wenn du zwei, drei gröbere Schnitzer pro Artikel machst, dann ist das beim Bloggen ziemlich egal.

Nicht so beim Buch: Wenn der Leser auf jeder Seite auf zwei oder drei Fehler stößt, dann wird das schnell nervig. Zudem überträgt sich das auch auf die wahrgenommene sachliche Qualität des Buches. Der Leser überträgt die mangelnde Korrektheit der Schreibe auf den Inhalt und nimmt diesen schlechter war als er eigentlich ist.


Grund Nr. 3: Du hast die Einstellung, dass deine Schreibe von Beginn an perfekt sein muss

Wenn du an das Schreiben mit der Einstellung herangehst, dass gleich der Erstentwurf perfekt sein muss, dann wirst du wahrscheinlich nie ein Buch veröffentlichen. Denn das ist so gut wie unmöglich.

Auch bekannte Autoren müssen ihr Manuskript mehrfach überarbeiten, bis sie das Gefühl haben, dass es gut genug ist, um veröffentlicht werden zu können.

Bei jedem Durchgang wird das Buch besser – sowohl was den roten Faden, als auch den Inhalt sowie Rechtschreibung, Grammatik und Stil betrifft.


Grund Nr. 4: Du hast die Einstellung, dass das Buch perfekt sein muss

Steven King warf sein allererstes Manuskript, mit dem er nachher den Durchbruch schaffte, in den Mülleimer, weil es nicht gut genug für ihn war (die Rede ist von seinem Roman „Carrie“). Seine Frau fischte es allerdings wieder raus und suchte einen Verleger. Hätte sie das nicht getan, dann wäre Steven King heute nicht da wo er ist.

Die Lehre aus dieser Begebenheit: Dein Buch muss nicht perfekt sein. Das wird es sowieso nie sein. Perfektion ist gar nicht möglich – wie willst du das auch messen? Du solltest einfach dein Bestes geben und die beste Qualität liefern, die dir möglich ist.


Grund Nr. 5: Du hast ständig Selbstzweifel

Wird das Buch überhaupt jemand kaufen? Wird es überhaupt jemandem gefallen? Was ist, wenn ich lauter schlechte Kritiken bekomme?

Das ist die Denkweise, in die ich momentan auch immer wieder zurückfalle (ich bin nämlich gerade selbst dabei, ein Buch zu schreiben).

Doch diese Grübelei ist sinnlos. Grübelei führt bloß dazu, dass du blockiert bist und vor lauter Selbstzweifel überhaupt nicht mehr schreibst.


Grund Nr. 6: Du willst zu viel auf einmal

Das kennen wir wohl alle: Wir denken an unsere Ziele und sind hoch motiviert sie zu erreichen. Doch nur weil du im Moment noch bereit dazu bist, alles zu tun, um deine Ziele zu erreichen, heißt das nicht, dass du in einer Woche immer noch so hoch motiviert bist. Das Problem dabei ist, dass wir uns im Moment gar nicht vorstellen können, nächste Woche nicht mehr so motiviert zu sein wie gerade jetzt.

Das Resultat ist, dass wir uns viel zu viel auf einmal vornehmen. Nur weil du am ersten Tag 3.000 Wörter für dein Buch verfasst hast, heißt das allerdings noch lange nicht, dass du es am zweiten Tag auch schaffst. Trotzdem setzen wir uns das natürlich als Ziel. Wir möchten 15.000 Wörter pro Woche für unser Buch schreiben und somit inklusive Überarbeitung und Korrekturlesen das Buch innerhalb von sechs Wochen veröffentlichen.

Komisch, dass das fast nie jemandem gelingt und die meisten sogar allzu bald aufgeben mit dem Projekt „Buchveröffentlichung“. Wenn du dir nämlich zu viel auf einmal vornimmst, dann tritt der Scheißegal-Effekt auf: Wenn du merkst, dass du dein Ziel wahrscheinlich nicht mehr erreichen kannst, dann pfeifst du gleich drauf und schreibst gar nichts mehr.


Grund Nr. 7: Schreiben ist noch keine Gewohnheit für dich

Wenn man mit dem Schreiben beginnt, dann bedeutet das Überwindung. Ok – ein oder zwei Wochen wirst du so vor Tatendrang sprühen, dass du dir damit leicht tust. Spätestens in Woche drei kostet es allerdings Überwindung.

Keine Überwindung kostet es aber, wenn dir das Schreiben zur Gewohnheit geworden ist; wenn du sozusagen jeden Tag etwas schreibst – und sollten es an manchen Tagen auch nur fünf Minuten sein.

Jedenfalls solltest du deine Willenskraft bloß nicht überschätzen (was unmittelbar mit Grund Nr. 6 zusammenhängt).

(Wenn du mehr über das Thema Willenskraft erfahren willst, dann schau am besten hier vorbei: Die Macht der Disziplin)


Grund Nr. 8: Du gehst zu vielen anderen Aktivitäten nach

Wenn du einem 40-Stunden-Job nachgehst, gemeinsam mit deinem Partner/deiner Partnerin darüber hinaus drei Kinder zu versorgen hast und im Haushalt auch noch das eine oder andere zu erledigen ist, dann musst du wohl oder übel kleinere Brötchen backen was das Schreiben angeht.

Womöglich hast du so viel um die Ohren, dass du gar nicht zum Schreiben kommst bzw. jedes Mal so niedergeschlagen bist, dass deine Kreativität und deine Konzentration dermaßen darunter leiden, dass du keinen geraden Satz herausbringst.

Sollte das der Fall sein, kannst du vielleicht noch kurze Blogposts um die 300 Wörter schreiben – an ein Buch ist dann aber meist nicht zu denken, da du das als Ganzes sehen musst und der rote Faden zu jeder Zeit erkennbar sein sollte (siehe Grund Nr. 1). Das wird kaum funktionieren, wenn du von all deinen anderen Aktivitäten bereits hochgradig erschöpft bist.


Grund Nr. 9: Du lässt dich viel zu leicht ablenken

Ablenkungen sind allgegenwärtig: Da sollte mal die Wohnung geputzt werden, die Emails müssen natürlich alle fünf Minuten gecheckt werden und auch das Handy ist selbstverständlich die ganze Zeit auf laut gestellt.

Kein Wunder also, dass du keine fünf Minuten am Stück an deinem Buch arbeiten kannst. Wenn du das nicht schleunigst änderst, dann wird’s ebenfalls schwer mit dem Veröffentlichen eines Buches.


Grund Nr. 10: Du recherchierst zu wenig

Grade dann, wenn wir uns vornehmen, eine fixe Zahl an Wörtern pro Tag zu schreiben, glauben wir oft, dass nur das Schreiben allein wichtig ist – recherchieren ist somit keine wirklich produktive Arbeit. Immerhin hast du in der Zeit, wo du in anderen Büchern, Zeitschriften oder im Internet liest, ja kein einziges Wort geschrieben.

Doch ich bin da gänzlich anderer Ansicht: Recherchieren ist Schreiben. Wenn du fleißig recherchierst und somit andere Ideen sammelst, dann fällt dir das Schreiben umso leichter. Zudem wird auch dein Buch besser, als wenn du nur das zu Papier bringst, was du im Moment weißt bzw. an was du im Moment denkst. (Manchmal denken wir ja ganz einfach nicht auf bestimmte Dinge, obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten)


Fallen dir noch weitere Gründe ein, warum es so schwer ist, ein Buch zu veröffentlichen?

Wenn ja, dann verrate sie uns doch und hinterlass einen Kommentar!


P.S.

Ursprünglich wollte ich ja an der Blogparade von Claudia Dieterle mit dem Thema „Wie sind Sie zum Schreiben gekommen und Autor geworden?“ teilnehmen. Aber dann wollte ich doch lieber darüber schreiben, wieso so viele eben nicht Autor/Autorin werden, weil sie sich selbst im Weg stehen.

Es könnte dich aber interessieren, wie es andere vollbracht haben, Autor zu werden. Drum schau doch mal bei dieser Blogparade vorbei 😉


Über den Autor

Mein Name ist Martin Grünstäudl und ich blogge hier mit großer Begeisterung.

Wie es der Name des Blogs vermuten lässt, geht es um das Thema Erfolg. Vor allem schreibe ich über das Setzen und Erreichen von Zielen und über den Aufbau von mehr Selbstvertrauen. Auch Themen wie erfolgreiches Bloggen und die Erzielung von passivem Einkommen kommen nicht zu kurz.

Du findest mich auch auf Google+ und auf Twitter.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher & eBooks schreiben

2 Antworten zu “Ein Buch veröffentlichen: Warum es für viele ewig ein Traum bleibt

  1. Hallo Martin,
    das hast Du wie immer sehr gut geschrieben und beschrieben. Für alle, die sich trotzdem nicht entmutigen lassen wollen, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, füge ich noch einen Link hinzu: http://www.claudia-dieterle.blogspot.de/2013/08/buchveroffentlichung.html
    Würde mich trotzdem noch freuen, wenn Du an meiner Blogparade mitmachst.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia!

      Ich werde noch mal einen Artikel darüber schreiben, sobald ich mein neues Buch veröffentlicht habe. Dann werde ich drüber berichten wie es mir dabei ergangen ist, wie ich an die Sache herangegangen bin und was ich nächstes Mal besser machen möchte (denn wirklich rund lief es nicht 🙂 )

      Liebe Grüße
      Martin

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