Müssen wir wirklich ständig etwas tun für den Erfolg?

NichtstunWenn ich so manchen Blog zum Thema Erfolg durchforste, dann erweckt der eine oder andere in mir den Anschein, dass man ständig etwas tun müsse, um Erfolg im Leben haben zu können.

Also am besten den ganzen Tag arbeiten, sich Ziele setzen, To-Do-Listen anlegen und jeden Tag an sich arbeiten (wie z.B. an seinem Selbstvertrauen oder an der Emotionalen Intelligenz)?

Findest du diese Vorstellung genauso Scheiße wie ich?

Ich denke, diese Einstellung ist völliger Quatsch, da sie viel zu viel Druck erzeugt. Manchmal ist es ganz gut, wenn man den Status Quo so annehmen kann, wie er grade ist und nicht ständig versucht, alles besser machen zu müssen.

Doch wie du als Leser/in dieses Blogs sicher schon bemerkt hast, bin ich auch nicht der Ansicht, dass man alles beim Alten lassen und sich seinem Schicksal fügen sollte. Persönlichkeitsentwicklung ist möglich – zumindest zu einem bestimmten Grad. Und es ist auch möglich, seine Ziele im Leben zu erreichen und glücklich zu werden (sofern man seine eigenen Ziele erreicht und nicht die eines anderen).

Somit bin ich nicht unbedingt d-e-r große Fan des Buches „Ich bleib so scheiße wie ich bin“ von Niazi-Shahabi. Dennoch glaube ich, dass so manche(r) dieses Buch mal lesen sollte. Denn ebenso wichtig wie seine wichtigsten Ziele im Leben zu verfolgen und das Leben zu führen, das man sich vorstellt, ist, auch mal zufrieden zu sein mit sich und der Welt.

Alles muss man ja auch nicht ändern. Manche Dinge sind bereits schön. Und Schwächen sind auch nur subjektiv. Was wir als persönliche Schwäche wahrnehmen, entpuppt sich oft als liebenswerte Eigenschaft.

Schalt mal einen Gang zurück!

Hier im Blog läuft gerade eine Blogparade mit dem Titel „Ziele setzen – Ja oder Nein?“.

Dieses Thema wird oft kontrovers diskutiert. Die einen sind der Ansicht, dass man unbedingt Ziele braucht, um Erfolg im Leben haben und zufrieden sein zu können.

Also ganz nach Albert Einstein:

Wenn du ein glückliches Leben willst, verbinde es mit einem Ziel.

Andere wiederum leben lieber in den Tag hinein, da sowieso alles anders kommt als man denkt. Meist haben jene diese Einstellung, die zuvor schon oft enttäuscht wurden, weil sie ihre (Neujahrs)Vorsätze zum hundertsten Mal nicht erreicht haben.

Also ganz nach John Lennon:

Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.

Welche Fraktion hat nun Recht?

Ich denke beide haben Recht. Gleichzeitig liegen auch beide falsch.

Ich denke, man braucht gewisse (eigene!) Ziele, die dem Leben einen Sinn verleihen. Doch sollte man es gleichzeitig auch nicht damit übertreiben und sie zu verbissen verfolgen.

Hin und wieder sollte man auch in den Tag hineinleben und die Seele baumeln lassen – einfach schauen, was passiert.

Vielleicht erreichst du deine Ziele ja grade deshalb nicht, weil du sie zu verbissen verfolgst und es somit bereits ein K(r)ampf geworden ist. Und ein K(r)ampf sollte es nicht sein. Auch der Weg zum Ziel ist wichtig, nicht nur das Ziel selbst. Vielleicht ist der Weg sogar noch viel wichtiger.

Vielleicht schreibe ich diese Zeilen ja auch nur, weil ich seit einer Woche an einer Kinderkrankheit laboriere: Windpocken. Anscheinend kann man sie auch als Erwachsener bekommen, sofern man sie als Kind noch nicht hatte. Na egal.

Weißt du was ich die letzten 7 Tage getan habe? Ich kann dir sagen, was ich nicht getan habe: gearbeitet. Und zwar keine einzige Minute lang. Das ist das erste Mal seit 7 Tagen, dass ich mich an meinen Computer gesetzt und – abgesehen von einer Handvoll Tweets – ein paar Zeilen geschrieben habe.

Vor einem Jahr hätte es das nicht gegeben. 7 Tage lang „nichts“ zu tun hätte mich psychisch fertiggemacht. Mittlerweile weiß ich dieses Nichtstun aber zu schätzen. Ich weiß nämlich, dass ich danach umso mehr Energie haben werde, um meine Ziele weiterzuverfolgen.

Die letzten Worte hat Mahatma Gandhi:

Es gibt Wichtigeres im Leben als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.


Über den Autor

Mein Name ist Martin Grünstäudl und ich blogge hier mit großer Begeisterung.

Wie es der Name des Blogs vermuten lässt, geht es um das Thema Erfolg. Vor allem schreibe ich über das Setzen und Erreichen von Zielen und über den Aufbau von mehr Selbstvertrauen. Auch Themen wie erfolgreiches Bloggen und die Erzielung von passivem Einkommen kommen nicht zu kurz.

Du findest mich auch auf Google+ und auf Twitter.

Foto: sassi / pixelio.de

Advertisements

6 Kommentare

Eingeordnet unter Weitere Themen

6 Antworten zu “Müssen wir wirklich ständig etwas tun für den Erfolg?

  1. Danke für diesen Artikel! Ich finde es auch wichtig, dass ich mir immer wieder bewusst mache, was alles schon super, schön oder gut in meinem Leben ist. Ich versuche abends im Bett meinen Tag nochmals durchzugehen und nur nach dem zu schauen, was mir Freude bereitet hat. Ich denke nämlich auch, dass es wichtig ist im Hier und Jetzt glücklich zu sein und nicht nur meinen Zielen nachzurennen (wovon ich auch einige habe 🙂 )

    • Hi!

      Ja da bin ich vollkommen deiner Meinung. Ich denke, wir sollten auch mal dankbar sein für das, was wir schon alles haben und nicht immer nur nach noch mehr streben. Ziele zu haben gehört meiner Meinung nach zwar zu einem zufriedenen Leben – aber eben nicht nur.

      Liebe Grüße
      Martin

  2. Hallo Martin,

    nix tun ist super 🙂 Und wenn wir von selbst nicht drauf kommen, dann werden wir eben krank und durch unseren Körper zum Nichts-Tun gezwungen. Leider gibt es immer noch so viele Menschen, die sich dann mit Pillen zudrönen, um auf jeden Fall arbeitsfähig zu bleiben.

    Dabei kommen gerade in den Phasen der Ruhe und des Innehaltens die besten Ideen. Zumindest ist das bei mir so. Insofern kann ich alle Leser nur dazu motivieren, einfach mal die Seele baumeln zu lassen!

    Liebe Grüße,
    Katrin

    • Hallo Katrin,

      ja mir geht es da ähnlich. Man neigt ja dazu, Tag für Tag in den selben Trott zu verfallen und nichts mehr zu hinterfragen. Wenn ich dann (gezwungener Maßen) eine Auszeit nehme, habe ich mal Gelegenheit über alles nachzudenken und ein Stück weit zu hinterfragen. Dadurch hatte ich in der letzten Woche auch wieder die eine oder andere Idee. Insofern sehe ich es keineswegs mehr als verlorene Zeit an.

      Doch diese Woche bin ich wieder fit und somit ist es Zeit Gas zu geben 🙂

      Liebe Grüße
      Martin

  3. es ist manchmal sehr hilfreich, für eine (kurze) Zeit, seinen Blog mit Abstand zu betrachten, besonders wenn man sich über Spammer und den ausufernden Social Media Müll geärgert hat.

    Eine Recreation Period ist mitunter wertvoll für das interne Controlling bzw Kurskorrektur seines Blogs;-)

    Gruss, Juergen.

    • Hallo Jürgen,

      es ist sicher nützlich, öfter mal das eigene Handeln zu reflektieren und auch die Art wie man bloggt zu hinterfragen. Sich mal für eine Weile zu erholen kann womöglich auch vorteilhaft sein. Nur so kann man sich verbessern und neue Energie schöpfen.

      Wegen Spammern und Social Media würd ich mir aber nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Spammer und Social Media werden immer da sein, das find ich gar nicht so schlimm.

      Liebe Grüße
      Martin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s