Das Erfolgsgeheimnis der kleinen Schritte

Handlungsziele setzenIch bin schon so oft gescheitert – und trotzdem mache ich immer wieder denselben Fehler: Ich überschätze was ich kurzfristig alles in die Tat umsetzen kann.

Geht es dir womöglich auch so wie mir? Du bist kurzfristig voller Tatendrang und nimmst dir zu einem bestimmten Termin vor, dieses und jenes erreicht zu haben. Vielleicht nimmst du dir auch vor, jeden Tag ein oder zwei (oder sogar mehr) Stunden damit zu verbringen, dieses Ziel zu erreichen. Nur leider kommen dann immer andere Dinge dazwischen, die dringend erledigt gehören.

Und schon nach ein paar Tagen musst du dein ambitioniertes Ziel wieder verwerfen. Du hast dir zu viel in zu kurzer Zeit vorgenommen und bist gescheitert.

Falls dies auf dich zutreffen sollte, dann verzage bitte nicht. Denn es gibt auch eine gute Nachricht: So wie es stimmt, dass wir uns kurzfristig oft zu viel auf einmal zumuten, so ist es meist auch der Fall, dass wir uns langfristig zu wenig zutrauen …


Was 6 Minuten ausmachen können …

Ich betreibe schon seit einigen Jahren eine chinesische Kampfkunst namens WingTsun. Jede Woche gehe ich dienstags und donnerstags jeweils für 1 ½ Stunden zum Training – und zwar praktisch immer. Das sind also drei Stunden Training die Woche – sagen wir mal für 50 Wochen im Jahr. Somit ergibt das ein jährliches Trainingspensum von 150 Stunden.

Seit einiger Zeit habe ich zudem die Gewohnheit, etwa 6 Minuten am Tag (und zwar jeden Tag) die so genannten Solo-Formen zu trainieren. Das sind festgelegte Bewegungsabläufe, die wichtige Dinge wie Balance, Körpergefühl, Beweglichkeit und Konzentration fördern sollen.

Du wirst dir vielleicht denken, dass 6 Minuten Training am Tag das Kraut auch nicht fett machen werden. Doch lass uns das mal durchrechnen 🙂 .

6 Minuten entsprechen ganz genau einem Zehntel einer Stunde, da diese ja bekanntlich 60 Minuten umfasst. Das bedeutet, dass ich alle 10 Tage genau eine Stunde lang WingTsun trainiere, wenn ich jeden Tag einmal meine Solo-Formen mache. Alle 15 Tage – also ca. zwei Wochen – ergibt dies genau ein volles Training.

Wenn wir mal krankheitsbedingte Trainingsausfälle abziehen, dann bleiben sagen wir mal 350 Tage im Jahr, an denen ich trainieren kann. Das ergibt multipliziert 2.100 Minuten, was exakt 35 Stunden ergibt.

Nicht schlecht, oder? 6 Minuten Training am Tag ergeben über`s Jahr gerechnet sage und schreibe 35 Stunden! Da ein Gruppentraining wie gesagt 1 ½ Stunden dauert, sind das in etwa 23 zusätzliche Trainingseinheiten, die ich nach einem Jahr absolviert habe. Und das alles mit lächerlichen 6 Minuten am Tag!


Ich schreib mal schnell ein Buch zwischendurch …

Oder nehmen wir ein anderes Beispiel. Wenn du davon träumst, irgendwann ein eigenes Buch bzw. ein eBook zu veröffentlichen (vielleicht hast du das ja auch schon), dann könntest du doch genauso vorgehen.

Wie wäre es also, wenn du dir angewöhnst, jeden Tag ein paar Minuten zu schreiben? Oder sagen wir, du nimmst dir vor, 5 Tage die Woche jeweils eine halbe Stunde fürs Schreiben inklusive Durchlesen und Korrigieren aufzuwenden.

Sagen wir mal du schaffst es in dieser Zeit, 300 bis 400 Wörter zu schreiben und diesen kurzen Text noch schnell durchzulesen und grob zu korrigieren.

Du denkst, das bringt nicht viel? Dann bedenke, dass das in etwa einer Seite eines (klein- bis mittelformatigen) Buches entspricht. Wenn du also 5 Tage die Woche dafür aufwendest, genau diese Anzahl an Wörtern zu schreiben, dann hast du nach 40 Wochen ein 200-seitiges Buch vor dir liegen.

Mit den Arbeiten drumherum wie Korrekturlesen und so weiter kannst du auf diese Weise also jedes Jahr ein neues Buch veröffentlichen. Und das alles mit geringem täglichem Aufwand!

Und außerdem: Profis können deutlich mehr als diese genannten 300 bis 400 Wörter in einer halben Stunde schreiben. Die schreiben locker das doppelte in der selben Zeit. Wenn du es dir selbst angewöhnst, täglich zu schreiben, dann wirst du ja auch immer besser darin und schaffst es vielleicht mit der Zeit, 2 Buchseiten in einer halben Stunde zu schreiben.

Und dann hast du das fertige Buch sogar schon nach einem halben Jahr vor dir liegen 🙂 .


Was ich mit diesem Beitrag bezwecke …

Das waren zwei Beispiele aus meinem eigenen Leben. Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering, dass du selbst eine Kampfkunst ausübst und darüber hinaus noch Bücher schreiben willst. Doch ich wollte diese Beispiele eben deshalb nennen, weil es zwei Tätigkeiten sind, die ich mir selbst die letzten Monate angewöhnt habe.

Ich trainiere demnach täglich für 6 Minuten meine WingTsun-Formen und schreibe werktags täglich an einem Buch – und zwar genau eine halbe Stunde lang. (Oder besser gesagt korrigiere und formatiere ich derzeit das bisher Geschriebene, da mein Buch nächste bzw. übernächste Woche bereits erscheinen wird 🙂 ).

Diese Beispiele sollen dir aber zeigen, dass du langfristig durchaus viel erreichen kannst, wenn du regelmäßig Zeit für eine bestimmte Sache aufwendest – selbst wenn es nur ein paar Minuten sind.

Probiere es doch mal aus und verfolge dein wichtigstes Ziel mit ganz kleinen Schritten. Am besten funktioniert dies, wenn du eine fixe Gewohnheit in deinen Tagesablauf integrierst. Wie das geht, kannst du hier nachlesen: Neue Gewohnheiten entwickeln – wie geht das?


P.S.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der durchschnittliche Erwachsene im deutschsprachigen Raum täglich zwischen 3 und 3 ½ Stunden vor dem Fernseher hockt. Da wirst du doch ein paar Minuten dieser Zeit dafür abzweigen können, um ein wichtiges persönliches Ziel zu erreichen 😉 .


Über den Autor

Hallo! Ich heiße Martin Grünstäudl, ich bin aus Österreich und ein leidenschaftlicher Blogger.

Letzteres mag dir vielleicht komisch anmuten, da ich hier nur mehr selten etwas veröffentliche. Doch es ist nicht mein einziger Blog: Mein Hauptblog ist unter der Adresse http://kampfkunstblog.com  zu finden. Dort blogge ich über Themen wie Selbstverteidigung und Kampfkunst.

Außerdem findest du mich auf Google+, Facebook und Youtube.

Foto: pixelio.de – Thomas Schlott

 

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Das Erfolgsgeheimnis der kleinen Schritte

  1. Hallo Martin,
    das hast Du sehr gut beschrieben. Ich würde z. B. gerne mehr lesen, komme aber nicht immer dazu, lese dann aber abends noch 2 Seiten, damit ich etwas gelesen habe. Das bringt auch etwas. Feste Gewohnheiten sind dabei wichtig, der Zeitaufwand kann sehr klein oder groß sein, je nachdem, welche Prioritäten man hat.
    Viele Grüße
    Claudia

  2. Hat dies auf DUNKELROT Blog rebloggt und kommentierte:
    interessanter Ansatz…

  3. Hallo Martin,

    den Ansatz finde ich ja nicht schlecht und er ist sicher für
    einige Tätigkeiten durchaus zu gebrauchen. Aber gerade fürs Schreiben finde ich ihn nicht so gut, vor allem das Beispiel mit den 30 Minuten finde ich etwas unglücklich. Wenn ich das zuletzt Geschriebene erst noch lesen muss, dann selbst was schreibe und hinterher noch korrigiere und das innerhalb von 30 Minuten – was für eine Qualität soll dabei herauskommen? Für Blogartikel mag das möglich sein, aber für ein Buch kann ich mir diese Methode beim besten Willen nicht vorstellen. Aber ansonsten geht die Rechnung absolut auf und ich werde es mit dem ein oder anderen (außer Schreiben) mal versuchen.

    Viele Grüße
    Katharina

    • Hallo Katharina,

      bei mir funktioniert diese Vorgehensweise recht gut. Wenn man jeden Tag schreibt, dann muss man das vorher Geschriebene auch nicht so oft durchlesen um den Faden weiterspinnen zu können. Allerdings eignen sich 30 Minuten sicher nicht bei jedem Buch (und sicher auch nicht für jeden Autor, da jeder andere Vorlieben hat).

      Um was es mir aber hauptsächlich geht, ist ohnehin vor allem die Entwicklung einer fixen Gewohnheit. Irgendwann wird das Schreiben dermaßen automatisiert, dass man sich ohne viel Nachdenken hinsetzt. Wenn man sich allerdings vornimmt, heute den ganzen Tag zu schreiben, dann meldet sich schnell der innere Schweinehund. Zumindest mir geht es immer so. Und es bedeutet ja nicht, dass man an gewissen Tagen nicht auch länger schreiben darf, wenn man motiviert dazu ist und die Zeit hat 🙂

      Liebe Grüße
      Martin

  4. Pingback: Kampfkunst News: Kampfkunst als Kunst und nicht als Sport.

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