Warum es uns so schwer fällt, unser eigenes Leben zu leben

Das eigene Leben lebenEs könnte so einfach sein: In der Früh aus dem Bett hüpfen, fröhlich sein und den Tag nicht mehr erwarten können, bis er endlich anfängt – da man endlich seiner Bestimmung gemäß lebt und das tut, was einem wichtig ist und Freude macht.

Doch in Wahrheit fällt es uns sagenhaft schwer, ein solches Leben zu führen. Zu viele Dinge halten uns scheinbar davon ab. Wären da nicht diese Verpflichtungen, Ängste und Selbstzweifel, die uns davor bewahren würden, unser wahres Leben zu leben.

Doch muss das wirklich sein? Was hält uns eigentlich konkret davon ab, das zu tun, was wir tun möchten? Und was können wir dagegen unternehmen?


5 Gründe, warum wir unser
Hamsterrad nicht verlassen können:

Ich weiß, dass es viel mehr Gründe dafür geben kann, warum wir nicht imstande sind, unser Hamsterrad zu verlassen und endlich das zu machen, was uns wirklich liegt, Freude bereitet und einen Sinn für uns ergibt. Doch meiner Meinung nach sind diese fünf die Hauptgründe:


Grund Nr. 1:
Du weißt nicht, was du wirklich willst

Ich wette, bei vielen scheitert es bereits an diesem ersten Punkt. Sie können schon allein deshalb ihr Hamsterrad nicht verlassen, weil sie nicht wissen, was sie gerne stattdessen tun würden. Sie sind sich nicht einmal bewusst darüber, was sie im Leben gerne tun und erreichen möchten.

„Wer kein Ziel hat, kann auch keines erreichen.“ (Lao-Tse)

Wenn dich dieser Grund davon abhält, etwas für dich Sinnvolles mit deinem Leben anzufangen, dann investiere einige Zeit dafür, dich selbst und deine Ziele besser kennenzulernen.

Nimm als ersten Schritt ein Blatt Papier zur Hand und schreibe alles auf, was dir in puncto Ziele so in den Sinn kommt. Fang nicht an, deine Ideen zu bewerten, sondern schreib wirklich alles auf, was dir einfällt. Es können also auch durchaus „verrückte“ Ideen darunter sein. Lass dir für dieses Brainstormen mindestens zehn Minuten Zeit an einem Stück.

Gehe als nächstes einen typischen Tag von dir in Gedanken durch. Was fühlst du bei bestimmten Tätigkeiten und in Gegenwart bestimmter Menschen? Bist du in dem jeweiligen Moment zufrieden oder nicht? Warum ist das so? Durch Beantwortung dieser Fragen sollte dir bewusst werden, was du beibehalten willst und was du unbedingt ändern solltest.

Eine besonders effektive Methode um dahinterzukommen, welche Ziele man wirklich erreichen möchte, ist es, sich den eigenen 80. Geburtstag vorzustellen. Stell dir dabei ganz konkret vor, wie Festredner ans Podium treten und über dich und dein Leben berichten. Was werden sie erwähnen, was du alles erreicht und getan hast? Auf was wärst du stolz?

Tipp: Weitere Infos zum  Thema Zielsetzung erhältst du hier


Grund Nr. 2:
Der gesellschaftliche Druck ist zu groß

Selbst wenn du weißt, wie du dein Leben am liebsten leben möchtest, heißt das noch lange nicht, dass du dies auch tust.

Einer der wichtigsten Gründe, warum es dir wahrscheinlich dennoch nicht gelingt, ist die Gesellschaft in der du lebst. Sie entscheidet, was als normal gilt und was demnach alles erstrebenswert ist und was man andererseits tunlichst zu meiden hat.

Beispielsweise ist es in einem gewissen Lebensalter üblich, dass man eine Beziehung und Kinder hat. Die jahrelange Führung eines Singlehaushalts und der Wunsch kinderlos zu bleiben, wird hingegen bereits misstrauisch beäugt und von vielen gar geächtet. „Mit dem/der muss irgendwas nicht stimmen“ ist oft die einhellige Meinung.

Da wir Menschen alle die Neigung haben, nur ja nicht anzuecken und von möglichst allen um uns herum respektiert und gemocht zu werden, tun wir oftmals genau das, was uns die Gesellschaft scheinbar „vorschreibt“.

Und ein besonderes Problem ist, dass wir nicht nur der Gesellschaft als Ganzes gegenüber quasi verpflichtet sind, sondern auch unserer näheren Umgebung wie zum Beispiel den Eltern. So gilt es in manchen Familien als verpönt sich selbständig zu machen, weil die Selbständigkeit beispielsweise viel zu viel Risiko in sich trägt. In anderen Familien wiederum gilt genau das als erstrebenswert und der Sohn oder die Tochter muss unbedingt das Unternehmen der Eltern übernehmen, wenn die sich zur Ruhe setzen.

Manchmal müssen die eigenen Kinder auch unbedingt studieren, weil man nur dann einen guten Job bekommt. Am besten Medizin, weil die Mutter Ärztin ist – oder Rechtswissenschaften, weil der Vater oder der Onkel Notar ist. In bestimmten Fällen gilt aber auch genau das Gegenteil: Der Sohn oder die Tochter möchte studieren und die Eltern erachten das als Schnappsidee.

Und leider tun wir oft genau das, was von uns erwartet wird – ob es uns nun glücklich macht oder nicht. Pablo Picasso hatte also Recht, als er sagte:

„Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale“.

 Frag dich doch mal selbst, ob du wirklich dein Leben lebst oder ob du Ziele verfolgst, die konform mit deiner Gesellschaft oder deiner Familie gehen. Tust du das, weil du es selbst willst, oder weil du damit die Erwartungen anderer erfüllst?


Grund Nr. 3:
Es fehlt dir an Selbstvertrauen

Du würdest zwar gern etwas an deinem Leben verändern und dein Hamsterrad verlassen, doch glaubst nicht daran, dass dir eine positive Veränderung gelingen wird? Dann fehlt es dir wohl am nötigen Selbstvertrauen. Die gute Nachricht ist, dass es vielen genau so geht wie dir und es somit keine Schande ist. Zugeben wird das aber niemand.

Nehmen wir zum Beispiel mal an, dass du dich schon lange selbständig machen willst, doch du dich noch immer nicht dazu durchringen konntest, deinen verhassten Job zu kündigen, dich eingehend über die Selbständigkeit zu informieren, Planungen anzustellen und endlich zu beginnen.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dich ständig Selbstzweifel befallen und du dir permanent einredest, dass du es sowieso nicht packen wirst und somit besser nichts ändern solltest.

Gefördert wird dieses Denken meist vom eigenen Umfeld, in dem sich wahrscheinlich kein einziger Unternehmer befindet. Wie sollen die dich also  zur Selbständigkeit ermuntern, wenn sie selbst fest angestellt sind und noch nie Erfahrungen in diese Richtung gemacht haben?

Erkundige dich doch mal näher über die Selbständigkeit, fang bereits etwas an zu planen und sprich mit anderen Unternehmern über die Selbständigkeit. Das ist sehr oft viel lohnenswerter als mit deinen Freunden darüber zu sprechen.

Sollte dein Selbstvertrauen allerdings stark verbesserungswürdig sein, dann empfehle ich dir, mal etwas dagegen zu unternehmen. Möglichkeiten hierzu gibt es genug. Man kann also auch selbst systematisch etwas für sein angeschlagenes Selbstvertrauen tun. Unter anderem gibt es viele nützliche Übungen, die du mal ausprobieren solltest. In meinem neuen Buch/eBook beispielsweise beschreibe ich gleich 99 solcher Übungen: 99 Übungen für mehr Selbstvertrauen

„Selbstvertrauen ist das erste Geheimnis des Erfolges“ (Ralph Waldo Emerson)


Grund Nr. 4:
Du hast Verpflichtungen, die sich nicht leugnen lassen

Oftmals werden Verpflichtungen nur als Ausreden benutzt, um nur ja nichts an seinem Leben ändern zu müssen. Doch zugegeben: Manchmal lassen sich Verpflichtungen eben auch nicht leugnen.

Vielleicht kommst du beispielsweise mit Anfang 40 drauf, dass du dir dein Leben eigentlich anders vorgestellt hast, als jede Woche 20 Überstunden zu machen, weil du zu Hause vier Mäuler zu stopfen und einen riesigen Kredit abzuzahlen hast und auch noch Alleinverdiener/in bist.

Dann kannst du wohl nicht so mir nichts dir nichts deinen Job an den Nagel hängen und deiner wahren Bestimmung im Leben nachgehen.

Trotzdem gibt es meiner Meinung nach eine Lösung: Du kannst zwar vielleicht nicht alles hinschmeißen und von neuem beginnen, doch du kannst langsame Veränderungen einleiten. Beispielsweise könntest du deine Stundenanzahl fürs erste leicht reduzieren und dich nebenbei selbständig machen. Das machst du dann solange, bis du komplett von deiner Selbständigkeit leben kannst.

„Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten“ (Michail Gorbatschow)


Grund Nr. 5:
Du scheust den Aufwand

Selbst wenn dir klar sein sollte, was du im Leben erreichen und tun willst und du noch dazu bereit dazu bist und genug Selbstvertrauen hast, dann könntest du trotzdem daran scheitern, etwas an deinem Leben zu verändern. Der Grund ist ganz einfach der, dass du den erforderlichen Aufwand scheust.

Wir Menschen sind immerzu darauf bedacht, kurzfristig sowohl Freude zu empfinden als auch Schmerz zu vermeiden. Und Veränderung ist immerzu mit Aufwand (also Schmerz) verbunden, den wir kurzfristig vermeiden wollen. Somit neigen wir dazu, alles beim Alten zu belassen, da dies im Moment die angenehmere Lösung ist.

Doch Gott sei Dank ist es trotzdem möglich, sich zu verändern. Es muss dir bloß bewusst sein, dass es nicht leicht ist und du ständig am Ball bleiben solltest. Außerdem sollte dir auch klar sein, dass es immer mal wieder Rückschläge geben wird, da Entwicklung niemals linear passiert.

Doch wenn dir das klar geworden ist, dann könntest du es wirklich schaffen und dich und dein Leben zum Positiven hin verändern. Ich wünsch dir viel Glück dabei 🙂

„Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“ (Thomas von Aquin)

 

Das waren sie also, die meiner Meinung nach wichtigsten fünf Gründe, warum wir häufig im Leben nicht das erreichen, was wir uns vorgenommen haben. Wenn jetzt der eine oder andere Grund auf dich selbst zutreffen sollte (oder vielleicht sogar alle fünf zur selben Zeit?), dann lass jetzt bitte nicht den Kopf hängen. Fast alle hadern von Zeit zu Zeit mit diesen Dingen – mir geht es da nicht viel anders. Es ist schon mal viel wert, wenn dir das jetzt bewusst geworden ist, denn dann kannst du etwas daran ändern 😉


Über den Autor

Hallo! Ich heiße Martin Grünstäudl, ich bin aus Österreich und ein leidenschaftlicher Blogger.

Letzteres mag dir vielleicht komisch anmuten, da ich hier nur mehr selten etwas veröffentliche. Doch es ist nicht mein einziger Blog: Mein Hauptblog ist unter der Adresse http://kampfkunstblog.com  zu finden. Dort blogge ich über Themen wie Selbstverteidigung und Kampfkunst.

Außerdem findest du mich auf Google+, Facebook und Youtube.

Foto: aboutpixel.de / Ich © Günter Albers

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6 Kommentare

Eingeordnet unter Ziele setzen und verfolgen

6 Antworten zu “Warum es uns so schwer fällt, unser eigenes Leben zu leben

  1. Tinka Beere

    Hat dies auf Tinka Beere rebloggt und kommentierte:
    Hier habe ich einen sehr motivierenden Artikel entdeckt 🙂 Schaut mal rein ^^

  2. Hallo Martin,
    das Zitat „Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“ bringt es auf den Punkt. Veränderung ist Arbeit. Es kostet viele Überwindung, einfach anzufangen, und deshalb wissen sie nicht, ob sie tatsächlich gescheitert wären. Da passt dann das Zitat von Henry Ford „Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.“
    Viele Grüße
    Claudia

  3. Schön auf den Punkt gebracht 🙂

  4. andreasnejbert2014

    Hi Martin!

    Super Artikel!
    Würde alle 5 Punkte ohne Wenn und Aber unterschreiben. Habe mich auch schon mal in einem eigenen Post auf die Suche nach Antworten auf diese „ewigen Fragen“ gemacht (die einzelnen Punkte überschneiden sich sogar mit deinen 5 Gründen).

    http://start-up-paket.de/du-willst-dich-selbststaendig-machen-bist-du-auch-bereit-8-fragen/

    Vor allem wenn man plant, sich selbstständig zu machen, gilt es diese Liste für sich abzuarbeiten!

    Viele Grüße!

  5. sarahdismoitout

    Es ist verdammt wahr, was du hier schreibst! Es ist aber auch verdammt schwer, an einen Punkt zu kommen, bei dem man sich sagt: SO nun fange ich an! Dein Artikel erinnert uns, worauf es wirklich ankommt! Manchmal vergisst man das zwischendurch wieder… Aber man muss durchhalten!

  6. Markus Hödl

    Im Grunde bin ich nur aus Zufall auf den Artikel hier gestoßen, fühle mich jedoch so, als ob ich ihn, oder einen ähnlichen, seit Tagen exzessiv gesucht hätte. Das Leben wechselt ständig zwischen glücklichen und tragischen Momenten, und während das bei mir glücklicherweise des Öfteren geschieht, gibt es sicher eine Vielzahl an Menschen, die längere Zeit, vielleicht sogar über Jahre hinweg, vorwiegend in Trauer und Entmutigung leben, weil, wie du es sehr ausführlich beschrieben hast, verschiedenste Gründe wie eine Last auf sie wirken. Lass dir gesagt sein, falls du es nicht sowieso schon weißt, dass Menschen wie du mit ihrem Handeln Mut, Hoffnung und Zuversicht schenken, etwas, wofür sich jeder Mensch verpflichtet fühlen sollte. Ich für meinen Teil finde das sehr bewundernswert. Mach weiter so!

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